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Die Vorahnung
Die Vorahnung
© Kinowelt Filmverleih GmbH

Kritik: Die Vorahnung (2007)


All American Housewife Linda (Sandra Bullock) erfährt von einem Polizisten, dass ihr Ehemann Jim (Julian McMahon) bei einem Autounfall umgekommen ist. Sie trauert verhalten, bringt es ihren jungen Töchtern bei und holt ihre Mutter zu sich ins Haus.
Am nächsten Morgen wacht sie auf und trifft Jim höchst lebendig seinen Kaffee schlürfend in der Küche an. Am Morgen drauf ist dann allerdings der Tag der Beerdigung...

Anders als Linda ahnt man spätestens an dieser Stelle, dass es sich bei dem Phänomen wohl kaum um einen ziemlich epischen Traum à la Pamela und Bobby Ewing handeln kann. Mennan Yapos Mysterymurks funktioniert eher wie "Final Destination rapes Groundhog Day" - was in der ersten Stunde tatsächlich auch ganz unterhaltsam anzusehen ist, in klar inszenierten Spannungstableaus, mit einer solide gegen die Zeitreisehandlungen immer innewohnenden Plotlöcher (und albernem Firlefanz wie blutigen Rabenleichen) anspielenden Bullock. Die Zeitsprünge bringen mit ihrem willkürlichen Platzieren der Hauptfigur – mal vor und mal nach Jims Tod – zudem Bewegung in die sonst reichlich zähflüssige Dramaturgie. Dass die Ehe der beiden auf Eis liegt, wird nebenbei einigermaßen subtil untergebracht.

Dann aber besucht Linda völlig unmotiviert einen Priester, lässt sich mit schmierigem, pseudochristlichem Gedöns einbalsamieren und rettet prompt ihre Ehe – indem sie ihrem Gatten die Schuhe auszieht und einen Seitensprung verzeiht. Das ist nun das wirklich Gruselige. Obwohl – McMahon agiert auch als lebendiger, liebevoller Jim leichenblass und fahl. Und die aufgesetzte Endpointe tut ihr Übriges.

Die Vorahnung stimmt schon als Titel nicht: Linda bleibt ahnungslos, wenn längst klar ist, was sie zu tun hat. Sobald sie’s dann mal kapiert, wirkt ihr Handeln wie aufgesetzt. Yapo, der deutsche Regisseur von "Lautlos", macht in seinem englischsprachigen Debüt aus einer leidlich interessanten Idee letztendlich billigste Familienramschware und verbrät dabei einen Hollywoodstar.

 

 






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