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Zimmer 1408
Zimmer 1408
© 2006 Senator Film, alle Rechte vorbehalten.

Kritik: Zimmer 1408 (2007)


Stephen King ist einer der weltweit erfolgreichsten Autoren. Seit der ehemalige Enschlischlehrer 1973 mit „Carrie“ sein Romandebüt gab, haben sich seine Bücher vielen millionen Mal verkauft. Auch an Verfilmungen seiner Kurzgeschichten und Romane mangelt es nicht.
 
Doch so erfolgreich Kings Storys in Buchform auch sind, den Filmen nach Kings Vorlagen war nur selten Erfolg beschert. Am erfolgreichsten, bei Kritikern wie bei den Kinogängern, war bisher ausgerechnet die Verfilmung des für King eher untypischen Romans „The Green Mile“. Häufig liegt der Grund für den Untergang an der Kinokasse schlicht an einer mangelhaften Drehbuch-Adaption, die auf den für Kings Horror-Storys typischen psychologischen Unterbau verzichtet.

In seinen Horrorgeschichten stellt King dem äußeren, phantastischen Grauen immer auch ein inneres, psychisches Grauen gegenüber. Stück für Stück offenbart King die Ängste und Alpträume seiner Figuren, ebenso wie die oft verdrängten, schmerzhaften oder gar traumatischen Erlebnisse, die Ursache der Ängste sind. So werden die Dämonen und Geister, die in das reale Leben der Helden eindringen zu Spiegelungen ihrer inneren Dämonen, und dadurch nachvollziehbar und glaubwürdig. Der Verzicht auf diesen Unterbau und die Konzentration ausschließlich auf die phantastischen Horrorelemente in den meisten King-Verfilmungen lässt die Storys zum Teil bis ins Lächerliche verflachen.

„Zimmer 1408“ tappt in diese Falle nicht. Mit einem hervorragenden John Cusack in der Hauptrolle inszenierte Mikael Hafström den Psycho-Horrorfilm nach einer Kurzgeschichte Kings um einen durch den Tod seiner Tochter traumatisierten und zum ungläubigen Zyniker gewordenen Autoren, der sich in einem angeblich spukenden Zimmer seinen Geistern stellen muss.

Genau betrachtet lässt sich also die Handlung auf den schlichten Satz: „Ein Mann schläft in einem Spukzimmer und wird paranoid“ reduzieren. Der Zuschauer verfolgt dabei jedoch die Ereignisse im Gruselzimmer aus den nach und nach schreckensweit aufgerissenen Augen der Hauptfigur, steigt also in das bald nicht mehr ganz funktionstüchtige Oberstübchen des Autors ein, so dass sich Realität und Phantasie mit der Zeit dermaßen vermischen, dass man sie kaum noch auseinanderhalten, sich, exakt wie die Hauptfigur, nie wirklich sicher sein kann. Am Schluss sind die Ereignisse dann zwar hinreichend erklärt, aber trotzdem nicht komplett aufgelöst, das Ende ist nicht so richtig happy, Zweifel und Raum für Spekulation bleiben.

So lebt „Zimmer 1408“ nicht von blutrünstigem Gore- und Horror, sondern vielmehr von Suspense, Paranoia und gelegentlichen Schockelementen – und ist dabei weitaus gruseliger als viele der eher sadistischen Ekelstreifen, die Horrorfreunde durch die vergangenen Jahre begleitet haben.

Dass der Film so gut funktioniert, hat Hafström dabei in erheblichem Maß seinem Hauptdarsteller zu verdanken. Cusack, der als Autor Mike Enslin den Großteil der Zeit allein auf der Leinwand agiert, wickelt den Zuschauer in kürzester Zeit um die Finger und trägt den Film absolut problemlos. Dass Samuel L. Jackson, der den ur widerwillig das Zimmer vermietenden Hotelbesitzer gibt, und Mary McCormack, als Enslins von ihm getrennt lebende Ehefrau, nur wenige Minuten (guter) Arbeit beisteuerten, stört da nicht im geringsten.

Fazit: Ein Muss für Horrorfreunde!




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