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Vielleicht, vielleicht auch nicht
Vielleicht, vielleicht auch nicht
© Universal Pictures International Germany GmbH

Kritik: Vielleicht, vielleicht auch nicht (2007)


Wohl nahezu jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens, 1. Hand oder im Bekannten- und Verwandtenkreis, die Erfahrung, dass die Entstehung einer funktionierenden Beziehung von allerlei Faktoren abhängig ist. Nicht nur Verliebtheit und körperliche Anziehung, sondern auch beiderseitige Bereitschaft und grundsätzlich kompatible Wünsche, Vorstellungen und Lebensentwürfe müssen zusammenkommen, soll aus einem Flirt eine einigermaßen haltbare Bindung entstehen. Dem richtigen Zeitpunkt kommt mithin eine große Bedeutung zu.

Autor und Regisseur Adam Brooks hat genau diese Erkenntnis in eine ruhige, gelegentlich melancholische aber auch recht humorvolle und nicht allzu kitschige Romanze verwoben, die sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass hier zur Abwechslung mal nicht die männliche Hauptfigur zum bindungsunfähigen Kindskopf degradiert wird:
Im Gegensatz zu den Frauen die er trifft ist Will Hayes allzeit bereit für eine ernste Beziehung. Genau das ist der Grund dafür, dass er zum Opfer im komplizierten Spiel der Partnerwahl wird: Auf seiner Suche nach dem Bund für's Leben erwischt er immer wieder den verkehrten Zeitpunkt, die falsche Frau oder, noch schlimmer, beides. Nur Dank seiner Tochter darf er am Ende, um einige Selbsterkenntnisse reicher, doch noch auf dauerhaften Beziehungserfolg hoffen.

Am Script gibt es überraschend wenig zu meckern, größter Kritikpunkt ist da die nicht ganz normal geratene Tochterfigur. Maya ist eines dieser irrealen Traumkinder, denen man auf der Leinwand häufiger begegnet: Voller Verständnis für die amourösen Fehltritte des Vaters und für eine gerade mal 10-jährige etwas zu weise, intelligent und altklug. Doch, anders als in vielen anderen Fällen, macht das hier sogar fast Sinn, steht die Tochter doch stellvertretend für den Zuschauer. Die Fragen, mit denen sie immer mal wieder die Erzählung ihres Vaters unterbricht (und damit den Plot von der vielversprechenden Vergangenheit in die traurige Gegenwart katapultiert) sind genau jene, mit denen der Zuschauer bei der Stange gehalten werden soll - und wird: Welche der drei präsentierten Anwärterinnen ist denn nun die Mutter der Kleinen, und folglich Wills Verflossene? Und: Gibt es da noch Hoffnung auf ein Happy End?

Wirklich große darstellerische Glanzleistungen gibt es nicht zu sehen, aber auch keine bösartigen Schnitzer. Recht gut macht ihre Sache Kinderdarstellerin Abigail Breslin ("Little Miss Sunshine"). Obwohl die Figur ja etwas merkwürdig ist, schafft es die (noch) 11-jährige, der Übertochter einige Glaubwürdigkeit zu verleihen und sympathisch zu wirken.
Im Gedächtnis bleibt zudem ein Auftritt von Kevin Kline als Professor und Nebenbuhler Wills.

Für Regie, Kamera, Schnitt und Musik gilt dann ähnliches wie für die Darsteller: Ohne wirklich begeisternde Leistungen, aber immerhin absolut einwandfrei und manchmal sogar noch einen Tick besser.

Fazit: Vor allem Dank des in einigem eher ungewöhnlichen Scripts sehr gut gelungene, mitunter melancholische, aber auch komische und erfreulich unkitschige Romanze. Nicht nur für die wirklich großen Romantikfreunde und daher, immer vorausgesetzt man kann damit leben dass hier die Vorgeschichte einer gescheiterten Beziehung erzählt wird, kein schlechter Film für ein 1. Date.





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