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Die rote Zora
Die rote Zora
© Unversal Pictures International GmbH

Kritik: Die rote Zora (2007)


Schon komisch, wenn man froh sein muss, dass Kinder im Film ausnahmsweise mal Kinder sein dürfen – und nicht übercoole oder altkluge kleine Werbeträger. Dass die Bande der "Roten Zora" einigermaßen sympathisch rüberkommt, liegt allerdings vor allem an der wohl schwer zu verhunzenden Buchvorlage: Kurt Helds Kinderbuchklassiker wurde von einem echten Mädchen inspiriert und erzählt die Geschichte einer ruppigen Heldin, die in den 1930ern mit halbwüchsigen Waisenjungen in einer Burgruine im kroatischen Senj haust und sich mit Lebensmitteldiebstählen am Leben erhält. Viele Eltern dürften die Geschichte auch noch aus der TV-Miniserie von 1979 in Erinnerung haben.

Im Vergleich dazu ist die neue Zora, die Berliner Schauspielertochter Linn Reusse, zwar ein wenig zu lieblich anzusehen, überzeugt dafür aber auch in sensiblen Momenten. Apropos: Für kleinere Kinder enthält der Film dem Augenschein nach zu viele peinliche jugendliche Liebeswirren - was sich bei den jüngsten Gästen der Pressevorführung in zappeligen Kicherattacken äußerte...
Spaß und Action kommen allerdings auch nicht zu kurz: Zwei trottelige, an Pippi Langstrumpf erinnernde Slapstickpolizisten (Hilmi Sözer und Badasar Calbiyik) sorgen in der ja eigentlich sehr ernsten Story immer wieder für Lachpausen, und sogar die Fieslinge - Fischgroßhändler Karaman (Ben Becker) und Bürgermeister Ivekovic (Dominique Horwitz) – überraschen gelegentlich mit Albernheiten. Die Action ist überwiegend handgemacht: Zoras Jungs liefern sich mit schnöseligen und gefährlichen "Gymnasiasten" eine Rauferei im Schweinestall und verwickeln die gesamte Stadt in eine wilde Schlacht mit toten Fischen. Nur ein schauriger Riesenkraken und ein Thunfischschwarm entschlüpften dem Computer.

Die Kinderdarsteller sind durchweg zufriedenstellend; heraus sticht Nora Quest als zickiges Blondinchen Zlata, die brave Tochter des Bürgermeisters, für die der artige Branko zu Zoras Leidwesen schwärmt. Mario Adorf mimt routiniert den pittoresken, arm-aber-rechtschaffenen Fischer Gorian – der einzige erwachsene Verbündete der Kinder.
Und über all dem schwelgt die Kamera in sommerlichen Urlaubsbildern der romantischen Küste von Montenegro. Helds Anliegen scheint dabei trotzdem noch durch und wird von Gorian in einer Rede vor der Stadt auf den Punkt gebracht.

Fazit: "Die Rote Zora" ist ein gelungener, wenn auch nicht herausragender Kinderfilm mit schönen Bildern und überzeugenden Darstellern.





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