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Fame
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Kritik: Fame (2009)


Die Hippie-Ära hatte sich gerade ihrem Ende entgegengeneigt und noch bevölkerten keine Yuppies Stadt und Szene. 1979, nachdem John Travolta in seinem ersten cineastischen Leben als lasziver Hüftschwinger, in Grease den Mädchenschwarm und die Projektionsfläche für eine breite Schicht männlicher Heranwachsender gab, kam ein fulminanter Musikfilm in die Kinos, der die Träume einer ganzen Generation künstlerisch ambitionierter Teens und Twens widerspiegelte.

In "Fame – Der Weg zum Ruhm" stellten sich junge Talente der darstellenden Künste (Musiker, Tänzer, Schauspieler und Sänger) dem harten Auswahlkampf, um an der berühmten "New York School of Performing Arts" aufgenommen zu werden. Zu den Absolventen dieser Eliteschule zählen beispielsweise Berühmtheiten wie Liza Minnelli, Eartha Kitt, Al Pacino, Ellen Barkin und Adrien Brody. Bevor die Studenten aber losziehen können, um Broadway- oder Hollywood-Stars zu werden, müssen sie vier Jahre durch alle Höhen und Tiefen der knallharten Ausbildung gehen. Nicht alle werden am Ziel ankommen und selbst die, welche die Ausbildung abschließen, werden nicht zwangsläufig gut genug sein, um aus der Masse der Talente herauszuragen. New York ist voll von hungernden Künstlern.

30 Jahre später dachten sich Studios und Produzenten könnte es an der Zeit sein, diesen Klassiker zu entstauben. In Zeiten, in denen Casting-Shows nur so boomen und in allen Ländern irgendwelche Supertalente gesucht werden, müsste doch mit solch einer Vorlage ordentlich Kasse zu machen sein? Und so kommt pünktlich zur Weihnachtszeit ein Remake in die Kinos, doch Aufguss hätte es besser getroffen: Plump wird sich Szene um Szene an dem Original abgearbeitet – allerhöchstens werden dem Neureiz halber aktuelle Musictracks zum Besten gegeben.

Kreativ- undIdeenlos gerät die Neuauflage zum seelenlosen filmischen Golem, der keinen Zelluloid-Millimeter weit eine Eigenständigkeit aufweist. Ebenso blass und belanglos wie die jungen Künstler wirken, sind die Lehrer uncharismatisch und beliebig. Keinen schrittweit gelingt es atmosphärische Dichte aufzubauen. Zu keiner Zeit packt die Story zu; fesselt anhand der Einzelschicksale; lässt spüren welche Ängste und Hoffnungen diese jungen Menschen in sich tragen, warum sie diese Strapazen und Entbehrungen auf sich nehmen. Die Figuren sind so austauschbar wie die Kandidaten beliebiger Casting-Shows: kaum vom Bildschirm entschwunden, sind sie auch schon vergessen.

Fazit: Armseliger Versuch den Klassiker in ein zeitgemäßes Gewand zu pressen. Das hier ist weder Hommage noch Neuinterpretation. Stattdessen wird sich geistlos und uninspiriert an der Vorlage entlanggehangelt. Besonders auffällig zudem, dass das Remake glatt eine halbe Stunde kürzer als das Original ist. Die halbe Stunde, in der alles an Charakterentwicklung und atmosphärischem Aufbau subtrahiert wurde. Völlig überflüssiger Streifen - mit dem 30 Jahre altem Original ist man weitaus besser beraten.





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