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Valentinstag
Valentinstag
© 2010 Warner Bros. Ent.

Kritik: Valentinstag (2009)


Allzu gerne übernimmt man hierzulande manchen Brauch aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und manch einer davon erfreut sich dann alsbald auch hier großer Beliebtheit und wird allseits zelebriert. Das Fest der Verliebten, der Valentinstag, ist solch einer: Es wird sich gegenseitig beschenkt, neue Liebesschwüre werden gesprochen und alte erneuert. Aber nicht für jeden beherbergt dieses Datum etwas, um in romantischen Taumel zu verfallen. Bei derzeit ungefähr 14 Millionen Etappen-Singles in unserem Ländchen wird es auch manch einen geben, der an diesem Tag Gott Amor lieber im Keller einschließen würde, als in den nächsten Blumenladen zu rennen und einen fetten Strauß rote Rosen zu kaufen.

Tatsächlich soll sogar im verkitschten Amerika so etwas vorkommen. Dem Land, indem stets alle verliebt sind und das höchste Ideal und Ausdruck der Liebe der Gang vor den Traualtar darstellt. Der diesjährige Beitrag aus Hollywood zu diesem amourösen Tag ist das wenig originell betitelte Werk "Valentinstag". Auf den ersten Blick ein munterer Episodenfilm, der die Plattitüden der Liebe in all ihren Facetten sowie Höhen und Niederungen beleuchten will. Und damit auch jedes Liebesstelldichein mit bekannten Gesichtern in Verbindung gebracht werden kann, wurden eine ganze Reihe Stars für diesen Film rekrutiert: Jessica Alba, Jessica Biel, Anne Hathaway, Julia Roberts, Jennifer Garner, Ashton Kutcher, Eric Dane, Patrick Depsey und Jamie Foxx – nur um einige zu nennen.

Allen gemeinsam ist, dass sie in irgendwelche Liebesverstrickungen verwickelt sind. Und die Liebe hat bekanntermaßen viele Gesichter oder lässt sich zumindest gut als Reise beschreiben, bei der es mitunter ungewiss ist, an welchen Ort man am Ende gelangen wird. "Valentinstag" variiert das Thema ein wenig: nicht allein und ausschließlich steht die Liebe zwischen Mann und Frau im Mittelpunkt: Seit das jahrzehntelang überaus prüde und puritanische Hollywood-Kino das Gay-Thema für sich entdeckt hat, dürfen nun auch Homosexuelle ganz selbstverständlich lieben und leiden. Und natürlich gibt es noch die reine mütterliche Liebe, die ebenso anzurühren vermag oder diejenige zwischen zwei Menschen, die seit über einem halben Jahrhundert verheiratet sind und sich noch immer wie am ersten Tag zugetan sind.

Ganz ohne Zwistigkeiten und Herzschmerz-Anwandlungen geht es selbstverständlich nicht ab. Manch eine Liebe entpuppt sich nicht als das, was einer der beiden in ihr gesehen hat; andere wollen vom Partner mehr, als der bereit ist zu geben; was manch einer vorschnell Beziehung nannte, ist für den anderen vielleicht nicht mehr als eine romantische Episode. Das übliche Durcheinander der Gefühle möchte man meinen. Mittelpunkt dieses emsig rotierenden Liebeskarussells ist ein Blumenladen; überaus passend, da an diesem Tag wohl nichts öfter verschenkt wird, als Blumen. Hier kreuzen sich viele der Erzählstränge oder begegnen sich die Figuren, die über ein zwei Ecken alle miteinander etwas zu tun haben; alles ist irgendwie mit allem verwoben und das trägt weitaus mehr zur allgemeinen Verwirrung, als zur Unterhaltung bei.

Wartet man auf wirklich Neues oder besonders originelle Wendungen, könnten die durchaus spürbaren und satten zwei Stunden sich als vergebene Zeit erweisen. Zwar gelingt es dem Film ansatzweise nicht alle Storylines von Beginn an plakativ vorhersehbar wirken zu lassen, doch schlussendlich fügt sich alles, wie es sich eben fügen muss und beschert damit kaum Überraschungen. Es finden sich die, welche füreinander bestimmt sind und all die, welche anderen Schmerz zugefügt haben, bekommen ihre (gerechte) Strafe. Und selbst die Einsamen, die der Liebe als romatischem Ideal abgeschworen hatten und so gar nichts mit diesem Tag anzufangen wussten, finden ihr passendes Pendant – wenn das nicht wundervoll rührselig und eindimensional verkitscht ist?!

Fazit: Der Romantikquirl aus Übersee hat wieder zugeschlagen und beschert ein klebriges amouröses Potpourri, das mit einem Haufen Stars inklusive der großen Dame Shirley McLaine aufwartet und das Thema Liebe in vielen Facetten und noch mehr splittrigen Episoden auswalzt. Die Fülle der Schicksale lässt den Film aber insgesamt überladen wirken und das begrenzte Spektrum an Variationen im Grundthema sowie die, für eine Romantik-Comedy überbordende Länge, obendrein auch langatmig.





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