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Männer im Wasser
Männer im Wasser
© Pandora Film

Kritik: Männer im Wasser (2008)


Für den Sportjournalisten Frederik läuft es nicht gut: Er hat seinen Job geschmissen, seine Hockeymannschaft verliert wegen eines Damenteams die Trainingszeit und nun verkündet seine Ex auch noch, dass sie zu Eurosport nach London geht und er sich in der Zeit um die gemeinsame 17-jährige Tochter Sara kümmern soll. Weder Frederik noch Sara sind von dieser Regelung begeistert, da ihr Verhältnis vor allem von Wut und mangelndem Verständnis geprägt ist.
Schon Saras Hobby – Synchronschwimmen – kann Frederik nicht ernst nehmen, er sieht es noch nicht einmal als Sport an. Deshalb inspiriert es ihn anfangs lediglich zu einem Scherz für den Junggesellenabschied eines Hockey-Kumpels: Mit ausgestopften Badeanzügen schleichen sich die Männer ins Schwimmbad und ahmen Synchronschwimmerinnen nach. Der ganze Spaß wird auf Video aufgezeichnet und bei der Hochzeit vorgeführt. Der Film ist ein voller Erfolg, deshalb erhalten sie das Angebot, mit ihrer „Show“ bei einem Gartenfest aufzutreten. Doch bei diesem Auftritt blamieren sie sich bis auf die Knochen – und Frederik hat den Grund dafür schnell gefunden: Sie waren zu professionell! Also überzeugt er seine Kumpels, dass sie als schwedisches Männerteam im Synchronschwimmen an der Weltmeisterschaft in Berlin teilnehmen sollten.
Tatsächlich erweist sich das Synchronschwimmen für Frederik als Lösung für viele Probleme: Er kann sein verletztes Selbstbewusstsein wieder aufbauen, findet einen Zugang zu seiner Tochter und kann seinen alten Traum von sportlichen Erfolgen endlich ausleben. Doch angenehmerweise ist Frederik am Ende von „Männer im Wasser“ kein neuer Mensch, sondern hat sich nur ein wenig verändert.

Regisseur Måns Herngrens erzählt in seinem Film trocken und lakonisch von Männerfreundschaften, die jede Krise und selbst Gespräche über die Vorteile einer Pediküre beim Synchronschwimmen überdauern. Aus der zurückhaltenden Inszenierung bezieht der Film einen Großteil seines Charmes, allerdings hat Herngrens auch einige unnötige dramaturgische Wendungen eingebaut, durch die der Film ausgerechnet zum Ende deutlich an Witz verliert. Je länger der Film dauert, desto deutlicher wird der fehlende Unterbau der Handlung. Auch die Charaktere tragen den Film nicht über 100 Minuten, hier hätte Herngerns mehr als den Vater-Tochter-Konflikt sowie die Überwindung von Frederiks Krise einfallen müssen. Deshalb ist „Männer im Wasser“ eine nette Komödie über ganz normale Männer – der große Brüller ist der Film aber nicht.

Fazit: "Männer im Wasser" ist eine nette Komödie aus Schweden, die charmant beiläufig inszeniert wurde, aber leider auch viel Potential verschenkt.





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