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Blue Valentine
Blue Valentine
© Central Film

Kritik: Blue Valentine (2009)


Cindy (Michelle Williams) und Dean (Ryan Gosling) sind verheiratet und haben eine kleine Tochter Frankie (Faith Wladyka). Sie arbeitet als Krankenschwester, er ist Maler, sie ist ständig gestresst, er trinkt zu viel. Aber sie lieben ihre Tochter über alles – und schlagen sich irgendwie durch. Doch Cindy und Dean waren auch einmal ganz anders. Als sie sich kennenlernten, träumte sie von einem Medizinstudium und er von der großen Liebe. Er war sich sicher, dass Cindy die Frau seines Lebens ist – und überzeugte sie mit einem Lied und seinem Charme. Es war der Beginn einer großen Liebe, doch im Hier und Jetzt ist davon bei Dean und Cindy nicht mehr viel zu spüren. Stattdessen bemühen sie sich verzweifelt darum, ihre Ehe irgendwie noch aufrechtzuhalten. Und eine gemeinsame Nacht in einem Hotel scheint die letzte Chance auf eine Zukunft zu sein.

Drehbuchautor und Regisseur Derek Cianfrance hat mit "Blue Valentine" einen manchmal anstrengenden, aber immer bemerkenswerten Film über den Anfang und das Ende einer großen Liebe gemacht. Diese Stadien visualisiert der Film vor allem durch die Kamera: Während die Kennlerngeschichte von Cindy und Dean mit der Handkamera gedreht wurde und auf diese Weise die Jugendlichkeit der Protagonisten deutlich wird, hält die Kamera in der Gegenwart weitaus mehr Distanz zu ihnen – um hin und wieder bei den Szenen in der Hotelzimmer eine beklemmende Nähe zu erzeugen. Auf diese Weise wird deutlich, wie sich Cindy und Dean mittlerweile die Luft zum Atmen nehmen. Dabei überzeugt der Film vor allem dank seiner herausragenden Darsteller: Michelle Williams spielt Cindy mit einer entwaffnenden Mischung aus Verletzbarkeit und Stärke, Ryan Goslings Wandlung von dem charmanten, energiegeladenen Dean zu dem trinkenden, schwachen Mann ist großartig.

Derek Cianfrance erzählt nur vom Anfang und Ende dieser Beziehung, daher stellt sich unweigerlich die Frage, warum diese Liebe gescheitert ist. Wie wurde aus diesen jungen, ambitionierten und glücklichen Menschen ein Ehepaar, das sich selbst zermürbt? Hier verweigert die Geschichte eine eindeutige Antwort, sondern macht lediglich deutlich, dass sie irgendwann vom Weg abgekommen sind – und sich das Ende eines Gefühls nicht bestimmen lässt. So bleibt von dieser Beziehung nur die Erinnerung.

Fazit: "Blue Valentine" erzählt mit fantastischen Hauptdarstellern und einer gelungenen Ästhetik eine kluge Geschichte über die Liebe und beschert ein intensives Seh-Erlebnis.





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