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Kritik: Jumanji (1995)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Jumanji" beruht auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Autor Chris van Allsburg, das 1981 erschien. Zu jener Zeit noch unvorstellbar, die phantastische Geschichte als Realfilm glaubwürdig und optisch beeindruckend mit animierten Tieren auf die Leinwand zu bringen, waren der Tricktechnik spätestens nach Spielbergs animierten Dinos in "Jurassic Park" (1993) scheinbar keine Grenzen gesetzt. Mit der Regie wurde daher auch ein Mann betraut, der sich mit visuellen Effekten auskannte, und diese bereits bei seinem Debüt, "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" (1989), gelungen nutzte: Joe Johnston, der in folgenden Jahren u.a. "Jurassic Park 3" und "Wolfman" drehte. Hauptdarsteller Robin Williams befand sich Mitte der 90er-Jahre auf dem Höhepunkt des kommerziellen Ruhms und Erfolgs, dank Kassenschlager wie "Hook" oder "Mrs. Doubtfire" in den Jahren zuvor. Und so entwickelte sich "Jumanji" mit einem Einspielergebnis von über 260 Millionen Dollar auch zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1995. 2016 wird es ein Hollywood-Remake geben.

Schwerpunkt des ersten "Jumanji"-Films von Joe Johnston bilden ganz klar die optischen Schauwerte und die hohe Spannungsdichte, die durch immer neue, rasante Actionszenen erzielt werden. Daher eignet sich der Film nach wie vor nur bedingt für die Allerkleinsten, auch, da er eine düstere Atmosphäre der ständigen Bedrohung und Anspannung bietet. Die Story ist dünn und lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen und auch die Figuren sind keine tiefgründigen, komplexen Charaktere, denen Johnston viel Aufmerksamkeit widmet oder die er im Laufe der Handlung einer Wandlung unterzieht. Einzig die Figur des erwachsenen Alan, gekonnt mit viel kindlichem, sympathischem Charme von Robin Williams verkörpert, ist mehr als eine oberflächliche und austauschbare Person im Figurenkabinett des Films. "Jumanji" punktet dafür auf einer anderen Ebene und dies so außerordentlich gut, dass der Film 1995 für Millionen staunende Zuschauer-Augen in den Kinos sorgte – bei Jung und Alt.

Der Grund dafür war die für die mittleren Neunziger Jahre spektakuläre, visuell fulminant und überaus realistisch umgesetzte CGI-Computertechnik. Den hohen Realitätsgrad hinsichtlich Bewegung und Optik der Tiere war man zuvor in dieser Form nur von den Dinosauriern in Spielbergs Blockbuster "Jurassic Park" gewohnt. Nun gelang es Johnston und seinem Team auch, "echte" Tiere wie z.B. wild gewordene Nashörner durch die Kleinstadt zu hetzen, Löwen durchs Wohnhaus zu jagen, reißende Sturzbäche die Treppen hinunter fließen oder riesige Flusskrokodile aus dem Spiel entweichen zu lassen. Nie zuvor hielt der wilde Dschungel Einzug ins heimische Wohnzimmer, und nie zuvor wurde dies so atemberaubend glaubhaft auf die Leinwand gezaubert. Für wenige Verschnaufpausen sorgen zudem die vielen, flotten Actionszenen, von denen sich eine abenteuerliche und eindrucksvolle an die nächste reiht. Das Tempo ist dementsprechend hoch, für Action-Fans ist der Film daher wohl eher zu empfehlen als für Freunde poetischer, romantischer Fantasy-Märchen. Die sollten eher zu Spielbergs "Hook" greifen, ebenfalls mit Williams in der Hauptrolle. Dieser ist neben den Effekten der größte Gewinn des Films und führt nochmals nachhaltig vor Augen, welch großer Verlust sein Tod vor knapp zwei Jahren darstellt.

Fazit: Trotz der oberflächlichen Figuren und simplen Story ein kurzweiliger, spannender Abenteuer-Film mit reichlich Action: vor allem dank Robin Williams und der bahnbrechenden Effekte sehenswert.





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