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Belle de Jour - Schöne des Tages
Belle de Jour - Schöne des Tages
© Studiocanal

Kritik: Belle de Jour - Schöne des Tages (1967)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

1967 kam Luis Buñuels "Belle de jour" erstmals ins Kino und hat auch bei seiner Wiederaufführung 50 Jahre später nichts von seiner Faszination verloren. Im Mittelpunkt steht die von Catherine Deneuve bravourös gespielte Séverine, eine junge Frau, die hin- und hergerissen ist zwischen kühler Moral und perversen Gelüsten. Es sind krasse Gegensätze, die diesen Film beherrschen und dabei nicht einfach aufeinanderprallen, sondern sich auf irritierende Weise durchdringen.

Trieb und Anstand, Traum und Wirklichkeit – dies sind die Pole, zwischen denen Buñuel das Seelenleben der Protagonistin vor den Zuschauern ausbreitet. Während Séverines bürgerliche Existenz zu Beginn anmutet wie ein zur Seifenoper aufgeblasenes Idyll, wird dieses biedere Leben doch von Anfang an von surrealen, oftmals masochistischen Fantasien begleitet. Die Grenzen, falls es sie hier jemals gab, verschwimmen immer mehr und stellen so manche sicher geglaubten Gewissheiten in Frage.

"Belle de jour" ist ein ambivalenter Tagtraum, befreiend und erschreckend zugleich. Neben Deneuves darstellerischer Leistung sowie der betörenden Atmosphäre bietet der Film mit Sacha Viernys anspielungsreicher Bildgestaltung einen weiteren Höhepunkt. So erweist sich Buñuels Klassiker auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Uraufführung als unergründliches Meisterwerk.

Fazit: Mit "Belle de jour" kehrt ein echter Klassiker auf die Kinoleinwand zurück. Luis Buñuels Meisterwerk fasziniert mit seiner betörende Atmosphäre, surrealen Einfällen sowie einer großartigen Catherine Deneuve in der Hauptrolle.




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