Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Predators
Predators
© 20th Century Fox

Kritik: Predators (2010)


Obwohl im klassischen Sinne nicht gerade gut aussehend und oft geradezu den Eindruck von Hilfsbedürftigkeit erweckend, ist Adrian Brody der Schwarm vieler Frauen. In seiner aktuellen Rolle in "Predators" spielt er einen knallharten Soldaten, der von der Erde entführt wurde und nun auf einem Planeten irgendwo in den weiten des Weltraums, um sein Leben kämpfen muss. Allerdings befindet er sich dort nicht alleine: Ihm zur Seite in diesem Sequel/Reboot, des Predator-Franchises, finden sich eine ganz Reihe Damen und Herren: Danny Trejo, der in fast jedem Rodriguez-Streifen schon mal zu sehen war, Olek Taktarov ("15 Minuten Ruhm"), Alice Braga ("I am Legend"), Topher Grace ("Spiderman 3") und Laurence Fishburne, der in der "Matrix"-Trilogie den ultracoolen "Morpheus" geben durfte.

Dieser beachtliche Cast mimt einen kunterbunten Haufen aus Militärs, Söldnern, Kämpfern aus den Reihen des organisierten Verbrechens und Psychopathen, die man lieber hinter Eisen und ein paar Meter Beton wissen würde. Allesamt wurden, ebenso wie Brodys Filmfigur, von der Erde entführt. Zu Beginn ist sich die Truppe allerdings alles andere als grün, sobald aber allen klar wird, dass sie nur eine Chance haben, zu überleben, wenn sie zusammenhalten, raffen sie sich schnell zusammen. Schließlich ist eine der gefährlichsten Kreaturen des bekannten Scifi-Universums hinter ihnen her: der Predator. Ein unerbittlicher außerirdischer Jäger, der zu seinem puren Vergnügen andere (gefährliche) Geschöpfe jagt – darunter auch Menschen.

Genau genommen, ist es diesmal nicht ein einzelner Jäger, der sich wie im Jahre 1987 zur Trophäenjagd auf die Erde begab, sondern gleich eine ganze Gruppe. Zudem sind es nicht die altbekannten Predatoren: Es handelt sich um eine neue, größere und stärkere Art, die erst recht vor nichts halt macht – nicht einmal vor ihren kleineren Vettern. Die neuen "Predatoren 2.0" jagen gnadenlos selbst ihre eigene Verwandtschaft.

Klingt, als hätte sich Robert Rodriguez, der als Produzent die Fortführung oder Erneuerung der Saga überwacht, einiges einfallen lassen, um den dritten Predatorfilm zu einem echten Feuerwerk zu machen. Leider verhält sich die Sache aber bei weiten nicht so. Nach einem anfänglichen Adrenalinkick, bedingt durch die kuriose Landung auf dem fremden Planeten, dümpelt die Handlung erstmal dahin; die Zeit wird aber zumindest dafür genutzt, die Charaktere einigermaßen sauber einzuführen, wenn hier auch erwartungsgemäß keine besonderen Tiefen ausgelotet werden. Als dann endlich mit dem Gemetzel begonnen wird, gelingt es den Machern zu keiner Zeit eine packende Stimmung zu erzeugen.

Die Agonie und das "Arme-Sau-Feeling", das bei John Mc Tiernans Ur-Predator aufkam, will sich bei der aktuellen Fortsetzung einfach nicht einstellen. Mag sein, dass es zum Teil daran liegt, dass die Protagonisten selbst eine Truppe von Mördern sind und damit keine besonderen Sympathieträger. Im Grunde verhielt sich das 1987 aber auch nicht anders: Damals trat Arnold Schwarzenegger samt einem US-Eliteteam gegen eine solche Kreatur an. Die Charaktere damals waren ebenfalls keine Samariter und doch gelang es eine Stimmung zu erzeugen, in der man mit ihnen mitfieberte.

Es hapert an allen Ecken und Enden: Die Grundsituation beispielsweise wird von den Filmfiguren zwar stets als ausweglos analysiert und beschrieben, nur keinem gelingt es, dies auch emotional zu transportieren. Das paranoid-klaustrophobische Gefühl jederzeit von der grünen Hölle verschluckt werden zu können oder einem lautlosen wie unsichtbaren Gegner ausgeliefert zu sein, der aus den Wipfeln der Bäume jede Sekunde herunter stoßen kann, um ein Opfer wegzupflücken und es bei lebendigem Leibe zur Trophäengewinnung zu tranchieren, stellt sich nicht ein.

Die neuen Predatoren, ob nun größer und stärker, wirken obendrein nicht bedrohlicher als früher. Zu plump wurde einfach eine Schippe drauf gelegt. Den neuen Killern fehlt es aber an Eleganz, Grazie und der katzenartigen Behändigkeit, die sie früher auszeichnete. Das brachiale Upgrade an Muskeln und Hitech-Waffen vermag den Mangel an unterschwelligem Horror, der im Original durch die Schemen, die sich blitzschnell von Baum zu Baum bewegten, nicht zu kompensieren. Zudem verfallen Rodriguez und Nimrod Antal, der für die Regie verantwortlich war, letztendlich doch dazu sich in vielerlei Hinsicht beim Ur-Predator zu bedienen – obwohl etwas völlig neues versprochen wurde.

Geradezu zu einer Hommage gerät das Finale der Neuauflage. Doch hier im ultimativen Kampf von Mensch gegen übermächtige Kreatur, kann es nur einen geben, der eine halbwegs gute Figur abgibt. Schwarzenegger zu ersetzen ist aber nicht möglich und selbst eine Variation seines Kampfes Mann gegen Monster gerät zur unglaubwürdigen Farce, wenn ein durchtrainierter Brody, mit Sixpack, geschwollenem Bi- und Trizeps und definiertem Pectoralis gegen die Drei-Meter-Bestie zur Tat schreitet.

Fazit: Wenig knackige Fortsetzung der Ur-Story um den ultimativen außerirdischen Jäger. Die Geschichte sprießt nicht gerade vor Einfallsreichtum über und wirkt selbst in den Actionsequenzen nicht zwingend fesselnd. Die Darsteller spulen emotionsarm ihr Programm runter und verhelfen der Handlung damit zu keinem außergewöhnlichen Moment. Selbst den One-on-One-Fights gelingt es nicht, packende Emotionen zu wecken; es ist ein fades Sterben, dass zu keiner Zeit mitreißt, obendrein von vielen elementaren Logikfehlern durchzogen ist und sogar in der Effekteabteilung Mängel aufweist.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.