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Boxhagener Platz
Boxhagener Platz
© Pandora Film

Kritik: Boxhagener Platz (2010)


Filme, die auf einem Friedhof beginnen sind im allgemeinen entweder todtraurig, oder aber reichlich Schwarzhumorig. Matti Geschoneks "Boxhagener Platz", inszeniert nach einem Drehbuch von Autor Torsten Schulz (der seinen eigenen Debütroman adaptierte), ist eindeutig letzteres. Für den Schwarzen Humor ist dabei hauptsächlich jene Figur zuständig, für die der Friedhofsbesuch schon fast ein Hobby ist: Oma Otti, grandios gespielt von Gudrun Ritter. Die alte Dame hat bereits fünf Ehemänner überlebt - und dem sechsten geht es auch nicht besonders... Für die wunderbar berlinernde Oma Otti kein Grund, Trübsal zu blasen. Immerhin steht mit dem von Michael Gwisdek gespielten Karl, einem vom Real-Kapitalismus mächtig desillusionierten Kommunisten der ersten Stunde, der nächste schon vor der Tür.
Stiller Beobachter und Hauptfigur ist Oma Ottis Enkel Holger, aus dessen Augen die Zuschauer dem mitunter recht skurrile Treiben folgen. Der 14jährige Samuel Schneider gibt den Holger überraschend gekonnt als intelligenten, nachdenklichen und bisweilen über die Erwachsenen - etwa seine ungleichen Eltern (Jürgen Vogel und Meret Becker) - (zurecht) reichlich irritierten Teenie.
Neben einem stimmigen Drehbuch und der insgesamt großartigen Darstellerriege ist die Ausstattung ein weiterer großer Pluspunkt des an Pluspunkten reichen Films. Fast möchte man sagen: Kein Wunder, zeichnete dafür doch der versierte, für seine Leistungen bereits zweimal, für "Sonnenallee und "Goodbye Lenin", mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Szenenbildner Lothar Holler verantwortlich.
In Kombination mit der einwandfreien Inszenierung und einer stimmigen Technik (also Kamera, Beleuchtung, Ton) ist "Boxhagener Platz" ein wirklich runder Film geworden. Hier passt alles.

Fazit: Gute Darsteller, sauber inszeniert, Preisverdächtiges Szenenbild - gelungene schwarzhumorige DDR-Dramödie.




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