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Kung Fu Panda 2
Kung Fu Panda 2
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Kung Fu Panda 2 (2011)


Nachdem der rundliche und leicht gefräßige Panda Po 2008 die Kinocharts stürmte, durfte er 2011 ein weiteres Mal seine Fäuste (bzw. seinen Bauch) sprechen lassen. Unter Regie von Jennifer Yuh Nelson entstand binnen zwei Jahren die Fortsetzung des knuffigen Kung Fu-Spektakels, die diesmal mehr noch als ihr Vorgänger mit imposanter Action und schrulligen Charakteren aufwartet. Im Folgenden ein Blick auf das durchweg gelungenes Werk:

Die Furious Five sind zurück. Und mit ihnen der kugelige Panda Po. Gemeinsam schafften Sie es, die Gewalt im Land zu zähmen und Verbrechen Einhalt zu gebieten. Doch eine alles überschattende dunkle Macht unter Führung des ehemaligen Lord Shen macht sich im Reich des Ostens breit, um den einst verlorenen Thron zurückzuerobern und das Volk zu unterjochen.

Anders als der erste Teil, der sich noch auf die Charaterentwicklung des Protagonisten im Sinne von Genre-Klassikern wie "Karate Kid" besann, lässt man zwar nach wie vor die Figuren nicht außer Acht, erhöht aber das Tempo des Animationsspektakels um ein Vielfaches, wodurch wenig Zeit bleibt, die Gefühle und Gedanken der Protagonisten genauer zu beleuchten. Wie bei vielen Filmen derzeit versucht man, mit überbordenden Effekten und einer enormen Erzählgeschwindigkeit die wirkungsvollen Elemente des Originals weiterzuspinnen. Wo schon filmische Meister wie Quentin Tarantino ("Kill Bill 1&2") daran scheiterten, die Innovation des Originals aufrecht zu erhalten oder anderen Reihen ("Fluch der Karibik") von Mal zu Mal die Luft ausging, vermag man kaum noch daran zu glauben, dass etwaige Sequels bzw. Prequels überhaupt eine Chance haben, das Niveau einer Marke zu halten. Anders bei "Kung Fu Panda". Was Jennifer Nelson hier leistet, grenzt im Hinblick auf die filmische Gegenwart an ein Wunder: Der Charme des Vorgängers wird nahezu vollständig gewahrt, die Handlung bleibt in sich geschlossen und schafft es, ihren zügigen Fortmarsch mit etwas Tiefsinn zu untermauern. Die Action wird konsequent weitergesponnen und auf eine unblutige Spitze getrieben, die das Adrenalin in die Höhe treibt aber nur minimal zum Nachteil der Handlung in den Vordergrund gerät.

Selbst der Bösweicht macht charaktertechnisch mindestens genauso viel her wie sein Vorgänger. Als stolzer und heimtückischer Fasan übertrifft er den Antagonisten des ersten Teils in Sachen Verrücktheit und Schauder sogar. Zwar versprüht er dabei nicht ganz die Kraft und Inbrunst des Tigers Tai Lung, aber nichtsdestotrotz haben die Furiosen Fünf hier deutlich mehr Probleme, Widerstand zu leisten.

"Kung Fu Panda 2" ist eine Fortsetzung wie sie im Buche steht, nur besser. Sie lässt die Charaktere nicht außer Acht, packt sowohl inhaltlich wie actiontechnisch noch eins oben drauf und lässt die Handlung nicht vollständig aus den Fugen geraten. Zwar lässt man zuweilen den Ausbau der Charaktere etwas außer Acht und bedient sich hier und da einiger Klischees, aber dafür entschädigen äußerst sympathische Figuren. Eine lebensfrohe Botschaft geschnürt mit toller Moral und leichtem Tiefsinn. Einziger Wermutstropfen bleibt das nach dem überladenen Mittelteil etwas schwache Finale und die stellenweise zu rasant heruntergeblätterte Handlung.

Der zweite Teil des tierischen Kung-Fu-Abenteuers schlägt den ersten Teil in Sachen Unterhaltung in fast allen Bereichen. Wo der erste schon gut war, spielt der zweite seine Stärken aus und bringt einen tollen, emotionalen und tiefsinnigen Unterbau mit.




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