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Character-Poster North - Die Hüter des Lichts
Character-Poster North - Die Hüter des Lichts
© RISE OF THE GUARDIANS © 2011 DreamWorks Animation LLC. All Rights Reserved.

Kritik: Die Hüter des Lichts (2012)


Man merkt es schon seit etwa Mitte September in allen Lebensmittelgeschäften Deutschlands: Die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Und für den ersten Kino-Weihnachtsfilm sorgt jetzt Peter Ramsay mit "Die Hüter des Lichts" - einem Animationsspaß, der sich ganz klar an die jüngsten Kinobesucher richtet, dabei allerdings nicht immer an deren Eltern denkt.

Für ein paar Schmunzler beim erwachsenen Publikum sorgt aber mit einigen Anspielungen an den erfolgreichsten Film des Jahres : The Avengers. Und "Die Hüter des Lichts" weisen sogar noch eine Parallele zu einem weiteren Blockbuster des Jahres auf: Sicher nicht ohne Absicht erinnert der Originaltitel "The Rise Of The Guardians" an Christopher Nolans epische Konklusion "The Dark Knight Rises".
Eine Begründung findet sich im Plot: Während die Helden um den Weihnachtsmann, Sandmann, Osterhase und die Zahnfee als Avengers-artige "Creme de la creme" der mythischen Fabelwesen gegen Bösewicht Boogeyman Pitch kämpfen, der die Welt in Angst und Schrecken stürzen will, steht der Entwicklungsprozess von dem in Deutschland allenfalls als "Väterchen Frost" bekannten Jack Frost im Mittelpunkt. Er wandelt sich von einem verantwortungslosen Tu-nicht-gut zu einem geläuterten, ehrenhaften Beschützer der unschuldigen Kinder.

Kindgerecht serviert, schlägt Ramsays Film keine großen Wellen und vermag es nicht, auch die Eltern mitzureißen, weiß aber seine handzahme Moral um den Weihnachtsfeiertag bombastisch auf die Leinwand zu werfen. Denn in Sachen Verfolgungsjagden, Action und großangelegte Schauwerte bietet "Die Hüter des Lichts" in drei Dimensionen weihnachtstaugliche Nachahmung von Joss Wheddons "The Avengers" - setzt also voll auf optische Reize, um der einfachen Weihnachtsgeschichte ihre glänzende Verpackung zu geben.

Die anvisierte Zielgruppe wird der Film gerade mit den gelungenen 3D-Effekten sicherlich von den Stühlen reißen, in der 1. Liga, oder gar der Champions League der Animationsfilme spielt er aber nicht. Erstens, weil er, abgesehen von den bereits erwähnten Anspielungen auf Comicverfilmung, Erwachsenen nichts bietet. Zweitens, weil die einzelnen Charaktere profillos und stereotyp wirken: Jack Frost braucht einen Tritt in den Hintern und muss sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen will; der Weihnachtsmann strahlt weise Züge aus, fällt aber ansonsten nur mit seinem seltsam russischen Akzent auf; der Sandmann darf als stummer Sidekick fungieren und die Zahnfee sorgt für die "süßen" Momente und Seufzer im Kinosaal. Diverse Animationsfilme haben bewiesen, dass man in dieser Hinsicht durchaus mehr erwarten darf. Und drittens, weil auch die Animation in den Details schlicht lieblos geraten ist. Zwar kann sich der Zeichenstil mit seinen harten Konturen durchaus sehen lassen, die animierten Figuren aber wirken seelenlos und monoton.
So hat es den Anschein, als hätten die Produzenten einfach nur rechtzeitig zum Weihnachtsfest einen Film auf den Markt werfen wollen - ganz egal, ob das Endprodukt der erhofften Sonderklasse gleichkommt, oder eben nur einem Standardmodell. Hauptsache die Ähnlichkeit zum Superheldentreffen der Marvel-Comics ist erkennbar.

Fazit: Weinachten erreicht auch die Kinosäle. Mit "Hüter des Lichts" gelingt Peter Ramsay ein kindgerechter Spaß mit umschmeichelnden Moral und knalligen Effekten. Erwachsenen hat die Animation aber leider nur wenig zu bieten.




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