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Transformers: Dark of the Moon
Transformers: Dark of the Moon
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Transformers 3: Die dunkle Seite des Mondes (2011)


Mit schöner Regelmäßigkeit gelangt inzwischen ein "Transformers"-Film alle zwei Jahre in die Kinos. Kein Wunder, da sich die Real-Verfilmungen der Kult-Actionroboter aus dem Hause Hasbro zu echten Milchkühen entwickelt haben. Da kann die Story noch so hanebüchen, pathetisch, schwülstig oder einfach nur dumm-dusselig sein, in Scharen strömen nicht nur jene in die Kinosäle, die mit den Figuren in den 1980ern aufwuchsen: Eine ganz neue Generation frisch Pubertierender lässt die Kassen von Michael Bay (Regie und ausführende Produktion) und Steven Spielberg (ausführende Produktion) kräftig klingeln.

Damit die feucht-fröhliche Blechorgie ohne essentiellen Aderlass in die dritte Runde gehen kann, wurde für die in Ungnade gefallene Megan Fox, die in Teil eins und zwei den Schmachtfetzen an der Seite von Jungstar Shia LaBeouf mimen durfte, das 24-jährige britische Model Rosie Huntigton-Whiteley rekrutiert, das im "Cameron Diaz-Gedächtnislook" bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit seine (gefühlt) meterlangen Beine, straffen Brüste wie den knackigen Hintern der Kamera preisbieten darf um die Phantasie männlicher Teenager zu befeuern.

An der grundsätzlichen Story, falls man die Bezeichnung bemühen will, hat sich indes nicht viel geändert. Es gibt die guten Autobots, unter ihrem Führer Optimus Prime, im rot-blauen "Stars an Stripes-Look" und die bösen Decepticons, die bereits Cybertron, den Mutterplaneten der intelligenten Alien-Roboter, in einem verheerenden Brüderkrieg zerstörten. Nun droht der Menschheit dasselbe Schicksal. Und diesmal sieht es besonders düster aus; steht den Decepticons doch eine neue Technologie zu Verfügung, mit der sie unbegrenzt Nachschub durch Raum und Zeit befördern können...

Zuerst das Positve (man darf es vorweg nehmen) und zugleich auch die Drohung: Am Ende des digitalen Armageddons weht das zerfledderte Sternenbanner über dem Schlachtfeld während Optimus Primes tief-sonore Stimme erklingt: "Es mag ruhige Augenblicke zwischen den Schlachten geben, aber seit euch sicher, wir werden immer an eurer Seite stehen..." Man zweifelt in diesen Augenblicken, wer eigentlich spricht; irgendwie hört sich das nach dem Pressesprecher des US-amerikanischen Oberkommandos an. Angesichts der Tatsache, dass Weltpolizist USA schon allein aus ökonomischen Zwängen damit begonnen hat, die Truppenkontingente im Irak und Afghanistan aufzulösen, wirkt es allerdings wie hohle Phrasendrescherei.

Dennoch scheint der vierte Teil der "Transformers"-Saga gedanklich bereits beschlossen, wenn auch höchstwahrscheinlich nicht mehr unter der Verantwortung von Michael Bay und auch ohne die Mitwirkung von Shia LaBeouf. Nachsagen kann man diesem dritten Teil zumindest, dass es ihm trotz abermals längerer Spielzeit gelingt, kurzweiliger als der Vorgänger zu sein. Hinzugekommen ist die heutzutage unvermeidliche 3D-Optik, die Macher scheinen von ihren Fehlern zuvor aber gelernt zu haben und lassen nun die opulenten Schlachten in einem Tempo ablaufen, dass Auge und Hirn es noch vermögen, auseinanderzuklamüsern, wer gerade auf wen eindrischt. Überdies sorgen in den actionfreien Augenblicken John Malkovich und John Turtorro für einige erheiternde Momente.

Insgesamt wirkt der Film "zweigeteilt": Es gibt eine kurze Vorgeschichte, während der man in die 1960er zurückbefördert wird und die "Wahrheit" über den Wettlauf zum Mond erfährt und man darf Loverboy LaBeouf erleben, wie er von seiner attraktiven Freundin hausgehalten wird, während er sich von Bewerbungsgespräch zu Bewerbungsgespräch quält. Soweit macht das noch Spaß.
Setzt die Action ein, degradiert sich das Geschehen aber auf absoluten CGI-Stumpfsinn, bei dem einzig der digitale Machbarkeitswahn im Vordergrund stand. Das Gute: Man darf durchaus das eine oder andere Fünfminuten-Nickerchen einlegen und findet trotzdem wieder problemlos zum roten Faden des Krawall-Crescendos zurück. Für diese Sequenzen scheint es, als wären ohnehin speziell dafür Dialogschreiber bemüht worden, die höchstens anderthalb zusammenhängende Sätze schreiben können während alles in einem pathetischen Score ersäuft, der solchermaßen das Herz anrührt, dass man sich gleich freiwillig an die vorderste Front melden möchte.

Fazit: Mehr Action, mehr Kitsch, mehr Pathos und jede Menge Roboter, die zu Blechschrott verarbeitet werden. Allerdings auch weniger Hirn, weniger Handlung und weniger Hoffnung auf Besserung. Ideal vielleicht, um das Oberstübchen freizublasen, sofern die letzten Neuronen nicht schon freiwillig ausgezogen sind.





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