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Scary Movie 5 - Hauptplakat
Scary Movie 5 - Hauptplakat
© Constantin Film

Kritik: Scary Movie 5 (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis sich die Verantwortlichen hinter der kommerziell erfolgreichen Scary-Movie-Reihe dazu durchringen konnten, einen neuen Teil auf den Weg zu bringen. Glaubt man dem Komödienspezialisten David Zucker, der das Franchise seit "Scary Movie 3" entscheidend geprägt hat, so hängt die lange Wartezeit vor allem mit einer Durststrecke im Horrorgenre zusammen. Wie immer man zu dieser Meinung stehen mag, viel Neues hat "Scary Movie 5" trotz des nun reichhaltigen Materialnachschubs nicht zu bieten. Wie seine Vorgänger auch präsentiert der Film Unterhaltung, die keinen anderen Anspruch verfolgt als den, möglichst geschmacklos zu sein.

In Zeiten, in denen selbstreflexive Horrorfilme wie der 2011 erschienene "The Cabin in the Woods" die eigenen Regeln so originell wie selten zuvor durcheinanderwürfeln und damit quasi-parodistische Bestandsaufnahmen des Genres liefern, haben es offenkundige Horrorfilm-Persiflagen nicht leicht. Zumindest hat es den Anschein, als würde die Spielwiese kleiner und die Gefahr der Wiederholung umso größer. "Scary Movie 5" schert sich um diese Entwicklung jedoch wenig. Nach altbekanntem Muster mischt der neue Teil munter aktuelle Horrorstreifen, ohne dabei auch nur den Ansatz eines Konzeptes zu verfolgen. Neben "Black Swan" und "Paranormal Activity" dienen dieses Mal insbesondere "Mama" und "Evil Dead" als Leitfaden für einen sprunghaften, selten logischen Handlungsverlauf. Gerade die beiden letztgenannten Werke unterstreichen den spürbaren Aktualitätsanspruch von "Scary Movie 5". Fraglich ist allerdings, ob die Einbindung nahezu parallel produzierter Filme nicht auch kontraproduktiv sein könnte. Immerhin funktionieren Parodien vor allem über die Wiederkennung der von ihnen persiflierten Werke. Bei "Mama" und "Evil Dead" dürfte dies aber nur mit Abstrichen gelingen. Denn die beiden Horrorfilme kamen erst im Januar bzw. März dieses Jahres in die amerikanischen Kinos und können daher noch gar nicht zum popkulturellen Allgemeingut gehören.

Weitaus problematischer ist allerdings der wenig originelle Humor des fünften Scary-Movie-Aufgusses. Um witzig zu sein und sein Publikum zu überraschen, reicht es heute nicht mehr aus, derbe Fäkalwitze jenseits aller Geschmacksgrenzen aneinander zu reihen und Versatzstücke bekannter Filme überdeutlich zu betonen. Vielmehr bedarf es einer ironischen Weiterentwicklung der zitierten Elemente. Die Macher von "Scary Movie 5" belassen es jedoch bei einer Zurschaustellung platter bis peinlicher Albernheiten und wiederkehrender Slapstick-Einlagen, die mit Humor fast nichts gemein haben. Oder ist es wirklich witzig, wenn sich Dan zum zehnten Mal den Kopf an einer Bratpfanne stößt?

Lediglich die ersten Minuten des Films wissen mit ihrem spielerischen Witz halbwegs zu unterhalten. Charlie Sheen und Lindsay Lohan ziehen hier mit sichtlicher Freude über ihre eigenen, hinlänglich bekannten Eskapaden und das zur Farce verkommene Phänomen der Celebrity-Sextapes her. Die ironische Brechung von realen Bezügen und Fiktion macht Lust auf mehr, ist aber nur ein kurzes Vorspiel für das alsbald einsetzende Story-Chaos. Zuschauer, die bis nach dem Abspann ausharren, werden schließlich noch mit einem kleinen Schlussgag belohnt, der unmissverständlich auf all die haarsträubenden Twist-Enden anspielt, die das Thriller- und Horrorgenre in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Das ist zwar nicht ausgesprochen originell, aber weitaus besser als vieles, was man zuvor ertragen musste.

Fazit: Humor- und sinnfreie Nummernrevue, die den parodierten Werken nicht ansatzweise gerecht wird und ausschließlich Argumente gegen eine Fortsetzung der Scary-Movie-Reihe liefert.




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