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Teaserposter - Noch tausend Worte
Teaserposter - Noch tausend Worte
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Noch tausend Worte (2011)


Es gab Zeiten, da landete Eddie Murphy Film-Hits am laufenden Band, die auch von der Kritik positiv aufgenommen wurden. Filme wie "Beverly Hills Cop" (1984) oder "Der Prinz aus Zamunda" (1988) wurden Publikumsrenner und machten die ewige Quasselstrippe Murphy zu einem der größten Stars der Traumfabrik. Doch diese Zeit liegt lange zurück. Heute macht Murphy mehr mit seinem Privatleben als mit seinen Filmen von sich Reden. So sorgte seine ereignisreiche Beziehung zu Ex-Spice-Girl Mel B. ebenso für (Negativ-) Schlagzeilen, wie das Ende seiner Ehe mit der Filmproduzentin Tracey Edmonds, von der er sich 2008 nur zwei Wochen nach der Hochzeit trennte. In den vergangenen Jahren versuchte er immer wieder, mit seinen Filmen und Leistungen an frühere Erfolge anzuknüpfen. Seine letzten Filme jedoch, insbesondere "Mensch, Dave!" (2008) und "Zuhause ist der Zauber los" (2010), floppten spektakulär an den Kinokassen. Mit "Noch tausend Worte", der bereits dritte Film den Murphy mit Regisseur Brian Robbins drehte, versucht Murphy nun abermals ein erfolgreiches Comeback, das jedoch auch diesmal scheitern dürfte. Zu harmlos, seicht und banal ist der Film, der in erster Linie an seiner absurden, grotesken Story scheitert.

Murphy schlüpft hier in die Rolle des geschwätzigen, beinharten Literaturagenten Jack McCall, der nicht nur eine flinke Zunge hat, sondern es auch mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Der Erfolg findet ein jähes Ende, als Jack an einen Kunden gerät: Der New Age-Guru Dr. Sinja fühlt sich von Jack über den Tisch gezogen und belegt ihn zur Strafe mit einem Fluch. Jack ist von nun an mental mit einem magischen Baum in seinem Garten verbunden und mit jedem Wort, das er von sich gibt, fällt ein Blatt des Baumes. Bald wird Jack bewusst: Sind alle Blätter gefallen, stirbt nicht nur die Pflanze, sondern auch Jack selbst. Da der Baum gerade einmal noch tausend Blätter hat, bleiben ihm selbst also nur noch tausend Wörter. Fortan muss er sich gut überlegen, was er sagt.

Da die überdrehten Quasselkünste und Wortspielereien seit Beginn seiner Karriere zu den großen Stärken von Eddie Murphy zählen, ist die Aussicht auf einen Film, in dem er jene Fähigkeit eben nicht ausspielen darf und ihn zum Schweigen zwingt, nicht gerade verheißungsvoll. Vielleicht mit ein Grund, weshalb der Film, der bereits 2008 gedreht wurde, vier Jahre lang in den Lagerräumen der Produktionsstudios verstaubte. Mit reichlich Verspätung schafft es "Noch tausend Worte" nun doch noch in die Kinos. Ein Film, mit dem sich Eddie Murphy wieder einmal alles andere als einen Gefallen getan hat. Die Grundidee von einem Zauberbaum, der immer dann ein Blatt verliert, wenn Murphy ein Wort von sich gibt, ist derart abwegig und albern, dass selbst ein versierter und fähiger Drehbuchautor wie Steve Koren ("Bruce Allmächtig") nicht in der Lage ist, daraus eine (zumindest einigermaßen) unterhaltsame und mit gelungener Situationskomik ausgestattete Komödie zu machen.

Hat man das Auftreten des Baumes und des damit beginnenden Fluches erst einmal verdaut und als Kern der Handlung akzeptiert, verbringt ein gelangweilt und leidenschaftslos spielender Eddie Murphy die Zeit damit, sich mit wilden Gesten und Grunzlauten zu verständigen. Da das Drehbuch ihm nicht gestattet, seine schärfsten Waffen – seine Sprache und Stimme – zu gebrauchen, konzentriert sich sein Spiel auf Gestik und Mimik. Diese nonverbale Art der Kommunikation zählt jedoch (seit jeher) nicht zu den Stärken von Murphy, weshalb er auch kaum in der Lage ist, auf diese Weise für heitere Momente zu sorgen. Demzufolge gestalten sich auch die Versuche von Jack, den (privaten und beruflichen) Alltag wortlos erfolgreich zu bewältigen als wenig originell. So reicht es gerade einmal für den ein oder anderen Schmunzler, wenn Jack unangenehme und peinliche Situationen bestehen muss, wie etwa ein Telefonat mit einem wichtigen Kunden oder die Auseinandersetzungen mit der zunehmend verwirrten Ehefrau, die sich sein merkwürdiges Verhalten nicht erklären kann. Echte Lacher sucht man hier jedoch vergebens. Nicht nur einmal stiehlt Clark Duke („Kick-Ass“) als sein frecher, naiver Assistent mit seiner unbeholfenen, plumpen Art Murphy die Show und sorgt für die wenigen, tatsächlich komischen Momente des Films. Duke ist daher auch der einzige echte Lichtblick des Films. In weiteren Nebenrollen sind Kerry Washington als Jacks leidende Ehefrau und Ruby Dee als seine an Alzheimer erkrankte Mutter zu sehen, die jedoch nichts weiter sind als blasse Randfiguren und daher bedeutungslos bleiben. Zurück bleibt eine erschreckend witzlose Klamotte, mit der Eddie Murphy seiner mittlerweile langen Liste an peinlichen filmischen Auftritten mit „Noch tausend Worte“ einen weiteren Film hinzufügen darf.

"Noch tausend Worte" ist eine banale, witzlose Komödie mit abstruser Story und einem enttäuschenden Eddie Murphy in der Hauptrolle.





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