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Kritik: Piranha 3D (2010)


Seit Anbeginn der Menschheit werden Geschichten von Monstern erzählt, die tief unter der Meeresoberfläche oder in trüben Gewässern lauern. Manche davon besitzen sogar einen wahren Kern: Der sogenannte Riesenkrake ist in Wirklichkeit der Architeutis, ein gigantischer Kalamar, der in der Tiefsee lebt und Haie, die weit über zehn Meter lang wurden und aktive Jäger waren, gab zumindest in der Vergangenheit, beispielsweise das Megalodon, das vor gar nicht allzu langer Zeit ausstarb. Von allen Meeresbestien jagt aber gerade der Hai den meisten Menschen die größte Furcht ein.

Es wundert also nicht, dass diese eigentlich nicht wirklich derart gefährliche Kreatur, für viele Filmemacher das Meeresmonster Nummer Eins wurde. Und selbst wenn einem diesbezüglich nicht ausgesprochen viele Filme in Erinnerung geblieben sind, stellt zumindest Steven Spielbergs "Der weiße Hai" einen absoluten Klassiker dar, der nahezu jedem ein Begriff sein sollte. Zu einer Hommage an dieses große Vorbild sollte auch "Piranha 3D" gereichen, auch wenn es einige grundsätzliche Unterschiede gibt.

Der offensichtlichste ist, dass "Piranha 3D" gleich mit einer riesenhaften Anzahl bisswütiger Bestien aufwartet, die nach einem Erdstoß aus ihren unterseeischen Höhlen, in denen sie seit zwei Millionen Jahren gefangen waren, in die Freiheit und in die Gewässer gelangen, die von feierwütigem Jungvolk belagert sind. Mitten im Spring Break, einer ein bis zweiwöchigen Pause des Unibetriebes, in der die Studenten völlig zügellos an verschiedenen Orten der USA feiern, siedelt Alexandre Aja sein Remake des gleichnamigen (ohne 3D) Kulthorror-Streifens aus den 70ern an.

War es bei Spielberg eine kleine Insel, auf der die gestressten Großstädter ihren Urlaub verbrachten, ist es bei Aja ein kleiner Ort in Arizona, der idyllisch an einer ausgedehnten Seenlandschaft liegt. Beiden Filmen ebenfalls gemeinsam, dass die nichts ahnenden Badegäste plötzlich von dem fischigen Unheil heimgesucht werden. Und damit es auch noch dem letzten klar wird, dass Aja in aller Form eine Verbeugung vor Spielberg vollführt, darf sich Richard Dreyfuss, der in "Der weiße Hai" den Meeresbiologen Hooper mimte, im Prolog von "Piranha 3D" gleich als erstes von den prähistorischen Räubern auffressen lassen. Anschließend wird sogar etwas wie eine Handlung aufgebaut, so dass der Film im Verlauf tatsächlich ein gewisse Dramaturgie erhält. Dessen gewaltfreier Zwischenhöhepunkt im Unterwasser-Nackedei-Balett zweier ansehnlicher Badenixen mündet.

Schritt für Schritt wird in der Folge aber auch das Blutgericht gesteigert, bis es final zum ultimativen Massaker kommt, dessen Gorefaktor selbst die hartgesottensten Genrefans zufriedenstellen sollte. Anders als "Der weiße Hai" nimmt sich "Piranha 3D" aber keine Sekunde lang selbst ernst. Die proletenhaften Studenten, die dort hemmungslos abfeiern sind für sich schon keine ausgesprochenen Sympathieträger, so dass kaum das Gefühl aufkommt, es träfe nicht die Richtigen; der Horror so splatrig er auch sein mag, ist zudem derart überzeichnet, dass sich zwangsläufig ein Grinsen aufs Gesicht verirrt; und selbst die inzwischen inflationär eingesetzte 3D-Technik trägt in diesem Falle zum bitterbösen makaberen Horrorgenuss etwas bei, indem sie das Publikum noch näher an die angerichtete Blutsuppe samt Fleischeinlage befördert.

Fazit: Gelungenes Remake, der Vorlage aus den 70ern, dass eine ordentliche Verbeugung vor Spielbergs "Der weiße Hai" vollführt, der wie kein anderer dieses Genre beeinflusste. Dank seiner satirischen Note und des makaberen Humors könnte "Piranha 3D" aber sogar einige Nicht-Genrefans gewinnen. Die üppige Fleischbeschau wohlproportionierter junger Damen birgt überdies noch ihren höchst eigenen Reiz.




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