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Kritik: Mortal Kombat (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

In seinem Langfilm-Regiedebüt "Mortal Kombat" setzt Simon McQuoid das gleichnamige, von Programmierer Ed Boon und Designer John Tobias entworfene Videospiel als Live-Action-Abenteuer um. Zuvor diente das Spiel bereits als Vorlage für eine 1995 entstandene Leinwand-Adaption von Paul W.S. Anderson (u.a. mit Christopher Lambert, Robin Shou und Bridgette Wilson) samt Sequel von John R. Leonetti sowie für diverse (Kurz-)Film- und Serienproduktionen. Das Drehbuch von Greg Russo und Dave Callaham ermöglicht auch für Leute, denen das Universum des Games bisher nicht bekannt ist, einen Einstieg; es vernachlässigt indes bei aller Erklär-Arbeit die Zeichnung der Figuren, die – abgesehen vom Protagonisten Cole Young – durchweg ziemlich konturlos bleiben.

Wie das zugrunde liegende Kampfspiel fällt auch der Film äußerst blutig und brachial aus. Die visuellen Effekte, wenn das Personal etwa seine Kräfte entfesselt und dabei unter anderem Feuerbälle zum Einsatz kommen, vermögen leider nicht immer zu überzeugen. Dank der souveränen Kameraführung von Germain McMicking gelingt es jedoch, die Bewegungen und Techniken in den zahlreichen Actionpassagen recht geschickt einzufangen – was durch den stimmigen Score von Benjamin Wallfisch noch unterstützt wird. Dies kann wiederum nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Mortal Kombat" dramaturgisch eher wie die Vorbereitung auf weitere Teile anmutet und somit als eigenständiges Werk kaum funktioniert. Weder stellt sich der trashige Charme des Anderson-Films aus den 1990er Jahren ein, noch wird die behauptete Komplexität des Weltenentwurfs jemals eingelöst.

Als Hauptdarsteller liefert Lewis Tan ("Into the Badlands", "Wu Assassins") eine durchaus solide Leistung. Josh Lawson ("House of Lies") sorgt als psychopathischer Söldner für Skurrilität. Die übrige Besetzung – darunter Jessica McNamee ("Meg"), Chin Han ("Skyscraper") und Joe Taslim ("Fast & Furious 6") – hat derweil wenig Chancen, sich abseits des rein Physischen besonders hervorzutun.

Fazit: Eine tricktechnisch schwache Game-Verfilmung, der die Eigenständigkeit und ein Interesse an den Figuren fehlen. Einige drastische Actionmomente ragen in ihrer Choreografie hingegen heraus.




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