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Poster - 2 Tage in New York
Poster - 2 Tage in New York
© Central Film © Senator Film

Kritik: 2 Tage New York (2012)


Gelungen knüpft die Fortsetzung von "2 Tage Paris" an die Handlung an: Die Ereignisse der Zwischenzeit werden von Handpuppen erzählt, mit denen Marion ihrem Sohn erklärt, was passiert ist. Dadurch erhält der Zuschauer einen amüsanten und schön zusammengefassten Überblick. Daneben gibt es weitere gute erzählerische Einfälle – wie beispielsweise einen Zusammenschnitt von Fotografien, der die Tour von Marions Familie durch New York schildert – und kleinere Anknüpfungspunkte an den ersten Teil. Dort war Daniel Brühl in einer kleinen Rolle als terroristische Fee Lukas zu sehen, nun ist er ein Baumbesetzer. Auch der Kater, der damals Anlass für den Besuch in Frankreich war, lebt noch, und selbst auf den Cunnilingus wird angespielt.

Dennoch überzeugt "2 Tage in New York" weniger als "2 Tage Paris". Es erweist sich als atmosphärischer Nachteil, dass Marions Ex-Freund Manu mit nach New York reist. Seine Anwesenheit deutet einen Eifersuchtsaspekt an, der nicht weiter ausgeführt wird – zumal es im Kern auch eher um Marions Fluchtdrang geht. Darüber hinaus sind seine Eskapaden derart überzogen, dass es fast schon an Slapstick grenzt. Nach seiner Abreise wird die Mischung aus neurotischen und tragikomischen Momenten deutlich stimmiger. Darüber hinaus ist die Lücke, die Adam Goldberg hinterlässt, für Chris Rock etwas zu groß. Er agiert fast verhalten, dadurch fehlt den Auseinandersetzungen der Schwung und die Leidenschaft.

Ohnehin steht in "2 Tage in New York" die Familie deutlich im Vordergrund. Sie weiß, welche Knöpfe sie drücken muss, um einen wahnsinnig zu machen – denn sie hat sie angebracht. Das beweist Julie Delpy abermals in ihrer Komödie. Sobald Marions Vater und ihre Schwester angekommen sind, gibt es Streitigkeiten: Rose flirtet ungeniert mit jedem Mann, Jeannot versteht alles falsch und Marion wird immer wütender. Hier überzeugt vor allem Rose als hinreißende nymphomanische Kinderpsychologin. Sie bringt viel anarchischen Charme in den Film, während Marions Vater Jeannot eher überpräsent ist. Daher wäre es schön gewesen, wenn Rose mehr Raum bekommen hätte. Denn so bleibt "2 Tage in New York" die überlaute Fortsetzung einer charmanten Independent-Komödie.

Fazit: Insgesamt kommt "2 Tage in New York" nicht an den originellen Charme von "2 Tage Paris" heran, aber einige gelungene Einfälle und Gags sorgen für Unterhaltung.




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