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Das Leben ist nichts für Feiglinge - Hauptplakat
Das Leben ist nichts für Feiglinge - Hauptplakat
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Kritik: Das Leben ist nichts für Feiglinge (2010)


Wie geht man mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen um? Das "Von uns gehen" wird in unserem Kulturkreis nur noch in sehr hohem Alter als etwas Normales wahrgenommen. Der plötzliche, unvorhersehbare Tod dagegen scheint jedes Mal als Katastrophe. Das ist wohl auch der Grund, warum sich Filmemacher in den letzten Jahren immer häufiger dieser Thematik humorvoll annehmen. So auch in dieser Tragikomödie von Regisseur André Erkau, der seinen Film nach der Vorlage des gleichnamigen Romans von Gernot Gricksch drehte.

Schon die Art des Todes der Mutter lässt den Zuschauer schmunzeln, hat sie sich doch beim Schmücken des Kindergartens in einem Clownskostüm aus Versehen selbst stranguliert. Die fünfzehnjährige Kim und ihr Vater Markus müssen über den Verlust von Mutter und Ehefrau hinwegkommen. Markus ist derart mit seiner eigenen Trauer beschäftigt, dass er seiner Tochter bei ihren Problemen, mit dem Verlust klar zu kommen, keine große Hilfe ist. Kim, die schon vorher eine Einzelgängerin war, verschließt sich immer mehr und zieht sich in ihre dunkle Gothic-Welt zurück. Bei der Beerdigung hört sie düstere, aggressive Musik mit dem MP3-Player und zeigt ihre Abwehrhaltung, den Tod der Mutter zu akzeptieren. So skizziert der Film verschiedene Arten, den Verlust zu verarbeiten - oder eben nicht.
Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit Kims Großmutter, Markus‘ Mutter, die an Krebs erkrankt ist und versucht, dies vor den beiden geheim zu halten. Er thematisiert die vorherrschende Mentalität, gerade im Alter niemanden belasten zu wollen. Die etwas überdrehte, lebenslustige Pflegerin Paula bildet hierzu den Kontrast, wobei ihre Rolle etwas überzeichnet ist und schnell nervt. Man fragt sich auch, welche Rolle eigentlich der "Schul-Looser" einnimmt, der Kim hinterherrennt, von dem diese aber nichts wissen will. Dass der Schulabbrecher Alex, mit dem Kim durchbrennt, ein gestörtes Verhältnis zu seinen sehr wohlhabenden Eltern hat, scheint auch ein Klischee zu sein, das hier bedient werden musste. Kurz angeschnitten und nicht weiter behandelt.

Generell ist zu sagen, dass der Film etwas überfrachtet ist und der Gesamtthematik nicht gerecht wird, da er sich zu sehr an der Oberfläche bewegt. Die Dialoge wirken an manchen Stellen gekünstelt, besonders zwischen Markus‘ Mutter und Paula. Das aber ist man von deutschen Produktionen ja häufig schon gewöhnt, die oft etwas fernsehfilmmäßig rüberkommen.

Fazit: Im Abendprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender wäre dieser Streifen vielleicht ein Tipp, ins Kino muss man dafür nicht.




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