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Kritik: Eleanor & Colette (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das medizinische und juristische Drama "Eleanor & Colette" beruht auf einer realen Begebenheit aus den 1980er Jahren, die in Bezug auf das US-Gesundheitssystem und das Mitspracherecht psychisch kranker Menschen bei der ärztlichen Behandlung ein klares Umdenken bewirkte. Der Drehbuchautor Mark Rosin und der dänische Regisseur Bille August ("Das Geisterhaus", "Nachtzug nach Lissabon") widmen sich in ihrer Schilderung des Falls ganz der Klägerin und deren Anwältin – und zeigen damit auch, dass es vor allem um zwischenmenschliche Kommunikation, um ein aufmerksam-einfühlsames Zuhören geht.

In seiner Dramaturgie folgt der dialoggetriebene Film den Genre-Konventionen. Die szenische Umsetzung fällt überwiegend zurückhaltend aus; der Kameramann Filip Zumbrunn erfasst das Geschehen in souverän gestalteten Aufnahmen. Die recht formelhafte Erzählweise wird der verständlichen Frustration und dem Zorn der Protagonistin Eleanor, welche durch eine Fehlmedikation in der Psychiatrie massiven Schaden an ihrer Gesundheit genommen hat, allerdings nicht vollauf gerecht. Umso energischer agiert hingegen Hauptdarstellerin Helena Bonham Carter ("Sweeney Todd", "The King's Speech"), die Eleanor zu einer Person macht, welche von ihrem Gegenüber stets äußerst viel Zeit sowie Aufmerksamkeit verlangt.

Bonham Carters Zusammenspiel mit Co-Star Hilary Swank ("Boys Don't Cry", "Million Dollar Baby") ist perfekt; die Freundschaft, die sich zwischen Mandantin und Anwältin entwickelt, wird von den beiden glaubhaft auf die Leinwand gebracht – das gegenseitige Vertrauen, das die Titelheldinnen auch dazu bringt, miteinander über ihre vergangenen und gegenwärtigen Probleme zu sprechen, ist für uns deutlich spürbar. Swank schafft es zudem, die überaus engagierte, aufopferungsvolle Juristin Colette mit ein paar kleinen Ecken und Kanten auszustatten, während die Nebenhandlungen um Colettes Mentor – verkörpert von Jeffrey Tambor ("Transparent") – und Colettes Lebenspartner Robert (Johan Heldenbergh) eher im Hintergrund bleiben.

Fazit: Eine gut geschriebene und grundsolide in Bilder gefasste Bearbeitung eines echtes Falls, deren konventionelle Form vom Einsatz der beiden Stars in den Titelrollen profitiert.




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