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The Addams Family
The Addams Family
© Universal Pictures International

Kritik: The Addams Family (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Familie Addams wurde im Jahre 1938 von dem US-amerikanischen Cartoonisten Charles Addams (1912-1988) erfunden und trat zunächst in Comic-Strips im Magazin "The New Yorker" in Erscheinung. Unter den zahlreichen Adaptionen gehören die erste, zwischen 1964 und 1966 gedrehte TV-Serie und die 1991 und 1993 entstandenen Realverfilmungen zu den bekanntesten. Mit "Die Addams Family" liefert das Regie-Duo Greg Tiernan und Conrad Vernon nun eine animierte Variante, die im 21. Jahrhundert angesiedelt ist.

Zu den Stärken der Abenteuer von Vater Gomez, Mutter Morticia, Tochter Wednesday, Sohn Pugsley und den diversen Sidekicks zählen seit jeher die Details am Rande, die den Alltag der eigentümlichen Sippe einfangen. So haben die Addams etwa eine hungrige Raubkatze als Haustier und finden grundsätzlich alles äußerst hässlich, was üblicherweise als schön gilt – während sie all das mögen, was mehrheitlich als seltsam empfunden wird. Indem das Werk von Tiernan und Vernon, dessen Drehbuch Matt Lieberman und Pamela Pettler verfasst haben, den titelgebenden Clan mit der Konformität eines suburbanen Ortes konfrontiert, ist für den nötigen Konfliktstoff gesorgt. Mit der übertrieben ehrgeizigen Wohnungs- und Stadtgestalterin Margaux Needler verfügt "Die Addams Family" zudem über eine unterhaltsame Antagonistin.

Der Film bietet etliche witzige Einfälle, um seine Toleranz-Botschaft zu vermitteln; er zeigt die Mechanismen, mit denen in sozialen Medien Stimmung gegen Outsider erzeugt werden kann, und schildert auf schöne Weise die Entstehung einer Freundschaft zwischen der trübsinnigen Wednesday und Margaux' Tochter Parker. Was dem animierten Werk indes fehlt, ist zum einen ein origineller Look; die Qualität der Animation bewegt sich eher auf Fernsehserien-Niveau. Zum anderen mangelt es an einem überzeugenden Spannungsbogen, der aus den amüsanten Einzelszenen einen rundum gelungenen Kinoauftritt machen würde.

Fazit: Ein Animationsabenteuer mit vielen lustigen Ideen rund um die ausgefallene Addams-Sippe; bildsprachlich und dramaturgisch aber etwas zu schwach für die große Leinwand.




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