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Trust
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© Millennium Entertainment

Kritik: Trust (2011/II)


"Trust – Die Spur führt ins Netz" ist der zweite Spielfilm von David Schwimmer, der hierzulande vor allem aus "Friends" bekannt ist. Und er erzählt eine Geschichte, bei der der Zuschauer meistens weiß, wie es weiter geht. Aber genau aus diesem Grund ist das Drama spannend und fesselnd. Die ganze Zeit über möchte man in die Handlung eingreifen und muss doch mit ansehen, wie Annie die falschen Entscheidungen trifft. Dabei macht es David Schwimmer dem Zuschauer nicht allzu leicht. Annies Eltern sind fürsorglich, in der Familie herrscht eine gute Atmosphäre. Dennoch fällt Annie auf Charlie herein. Denn Schwimmer entlarvt in seinem Film die Mechanismen, mit denen Pädophile vorgehen. Charlie ist ein Mann, der sehr genau weiß, wie er mit einem unsicheren Teenager umgehen muss. Er nutzt die Schwierigkeiten, die Annie mit ihrem Körper und ihrem Aussehen hat, appelliert an ihre vermeintliche Reife, zugleich nutzt er ihre Unerfahrenheit in puncto Sex und Liebe eiskalt aus.

In dem Film ist es Annies beste Freundin, die die Vergewaltigung aufdeckt. Sie hat Charlie mit Annie gesehen und weiß sehr genau, dass diese "Beziehung" falsch ist. Die Polizei und das FBI werden verständigt, die fassungslosen Eltern erfahren, was passiert ist. Im weiteren Verlauf des Film geht es nun darum, wie Annie und ihre Familie mit den Ereignissen umgehen. Während Annies Mutter Lynn (famos: Catherine Keener) alles daran setzt, ihrem Kind Halt und Wärme zu geben, bricht für ihren Vater Will (Clive Owen) eine Welt zusammen. Er kann sich nicht verzeihen, dass er auf seine Tochter nicht aufgepasst hat. Zugleich kann er aber auch seiner Tochter nicht vergeben, dass sie mit diesem Mann mitgegangen ist. Er hat schon Probleme damit, dass sie überhaupt über Sexualität spricht. Voller Wut und Zorn will er den Mann finden, der seiner Tochter das angetan hat. Vor allem kann er nicht verstehen, dass Annie weiterhin glaubt, dass Charlie und sie Seelenverwandte seien – und sie mit allem einverstanden gewesen sei. Er scheint seine Tochter zu verlieren, deren einziger Halt in dieser Zeit die Psychologin Gail Friedman (grandios: Viola Davis) ist. Sie versteht Annie und weiß, was in ihr vorgeht. Als Zuschauer stellt man sich indes die Frage, warum nicht auch die Eltern psychologisch betreut werden.

In diesem sensiblen Missbrauchsdrama geht es – wie der Titel schon sagt – vor allem um Vertrauen. Charlie hat sich das Vertrauen von Annie erschlichen und es ausgenutzt, dadurch wurde das Vertrauensverhältnis von Annie zu ihrem Vater, aber auch zu sich selbst schwer erschüttert. Für die Opfer ist es aber wichtig, dieses Vertrauen zurückzugewinnen – in die Welt und sich selbst. Und von diesem schwierigen Weg erzält David Schwimmer sensibel und aufrüttelnd.

Fazit: "Trust" ist ein starkes Drama mit tollen Schauspielern, das die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs fesselnd erzählt.




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