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Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst
Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst
© Frenetic Films AG

Kritik: Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Durst (2010)


In den letzten Jahren vergrößerte der Lebensmittelgigant seinen Anteil am Flaschenwasser-Markt systematisch und gezielt. Dies gelang ihm, indem er viele unterschiedliche Marken auf der ganzen Welt aufgekauft, aber auch Eigenmarken kreierte, wie zum Beispiel „Pure Life“. Die Folge: Dem Konzern gelang es, für seine Wasser-Erzeugnisse eigene Absatzmärkte aus dem Boden zu stampfen, die zuvor nicht existierten. Dadurch erarbeitete sich Nestlé einen unvorstellbar profitablen Geschäftszweig, der dem Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Schweizer Franken Reingewinn einbringt.

Hier setzen der Schweizer Dokumentarfilmer Urs Schnell und sein Co-Autor Res Gehriger an, um mit ihrem Film „Bottled life“ diesem Phänomen auf den Grund zu gehen und es kritisch zu hinterfragen. Die Filmemacher erhielten für ihr Werk den angesehenen Herbert-Quandt-Medienpreis für Wirtschaftsjournalismus.

Es ist nicht das erste mal, dass sich der Konzern-Riese Nestlé heftigen Anschuldigungen ausgesetzt sieht. Da war in den vergangenen Jahren die Rede von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken und Produktionsstätten der Nestlé-Zulieferer-Firmen oder angeblich gentechnisch verändertem Material, das in die Produktion floss. Und nun der Vorwurf, der das noch recht junge Milliardengeschäft betrifft, das der Konzern Nestlé mit abgepacktem Trinkwasser macht. Es scheint etwas dran zu sein, an den Anschuldigungen, wenn Journalist Gehriger in bekannter Michael-Moore-Tradition versucht, ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Brabeck zu bekommen – aber nicht einmal in die Nähe des mächtigen, einflussreichen Mannes und der gesamten Konzernspitze gelangt. Bis heute äußerte sich das Unternehmen nicht eindeutig zu den Vorwürfen und blieb eine ausführliche Stellungnahme schuldig. „Ein falscher Film, zur falschen Zeit“ – so lautete der einzige Kommentar des Unternehmens zur Dokumentation.

Noch spannender und packender als die Interviewversuche mit dem Großkonzern, der weltweit mittlerweile rund 70 (!) Wassermarken vertreibt, sind Szenen aus den Staaten Nigeria und Pakistan, wo der Versuch, sauberes Wasser in Plastiktüten an den Mann zu bringen, zu großer Umweltverschmutzung führt. Dies ist aber nur ein Aspekt, der durch diese Dokumentation aufgedeckt und ausführlich dargestellt wird. Der Hauptvorwurf, den der Film liefert: Nestlé macht aus der natürlichsten und der wohl gefragtesten Ressource der Welt, dem Trinkwasser, ein Milliardengeschäft und versetzt gleichzeitig die Menschheit in ein Abhängigkeitsverhältnis.

Fazit: Spannende, zu recht prämierte Enthüllungsdokumentation über das Milliardengeschäft, das der Lebensmittelkonzern Nestlé mit abgepacktem Trinkwasser macht.




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