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Wir kaufen einen Zoo - Hauptplakat
Wir kaufen einen Zoo - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Wir kaufen einen Zoo (2011)


Nach dem Tod seiner Frau kommt der Journalist Benjamin Mee (Matt Damon) auf eine aberwitzige Idee: Er kauft ein Haus, zu dem ein Zoo gehört. Stets war er auf der Suche nach Abenteuern, nun will er auf diesem Weg seine Familie zusammenhalten und den Tod seiner Frau verarbeiten. Also zieht er mit seinen Kindern Dylan (Colin Ford) und Rosie (Magge Elizabeth Jones) aufs Land und setzt fortan sein Geld und seine Energie dafür ein, den Tierpark zu retten.

Der Film „Wir kaufen einen Zoo“ basiert auf der wahren Geschichte des englischen Wissenschaftsjournalisten Benjamin Mee, der im englischen Devon den Dortmoor Zoological Park übernahm und vor dem Ruin rettete. Im Vergleich zu dem Buch nehmen Cameron Crowe und Mit-Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna aber einige Änderungen vor. Sie verlagern die Handlung von England in die USA, vor allem starb die Frau des wahren Benjamin Mee erst einige Monate nach dem Einzug der Familie in den Zoo. Im Film ist ihr Tod hingegen der Auslöser für die Entscheidung, so dass die spannende Geschichte einer Familie auf die eines Mannes reduziert wird, der einen Weg zurück in das Leben sucht.

Im Ergebnis ist "Wir kaufen einen Zoo" ein unterhaltsamer Film für die ganze Familie, der leider an manchen Stellen zu dick aufträgt. Die Parallele zwischen dem langsamen Sterben eines Tigers und Benjamins Frau Catherine und die damit verbundenen Problematik des Loslassens ist allzu offensichtlich, auch der Konflikt zwischen Benjamin und seinem Sohn Dylan ist klischeehaft. Darüber hinaus sind wichtigen Stellen mit überemotionaler Musik unterlegt, so dass für leise Töne nur wenig Raum ist. Sie wären jedoch nötig gewesen, um eine stimmige Balance zu erzielen. Das ist umso bedauerlicher als Cameron Crowe mit "Almout famous" bereits bewiesen hat, dass er diese Tonlage und vor allem den Einsatz von Musik im Film meisterlich beherrscht. Doch in "Wir kaufen einen Zoo" ist vor allem zu bemerken, dass der Regisseur seine Zuschauer unbedingt erreichen wollte und daher auf Nummer sicher geht.

"Wir kaufen einen Zoo" ist daher ein solider Film mit guten Schauspielern geworden. Matt Damon ist gewohnt sympathisch als gebeutelter Witwer mit Familie und einem Traum, Scarlett Johansson spielt als engagierte Tierpflegerin angenehm zurückgenommen und Elle Fanning ist weniger die ätherisch-unnahbare Schönheit als vielmehr das leicht linkische Mädchen vom Lande. Im Gedächtnis bleibt aber vor allem Thomas Hayden Church als Bruder des neuen Zoobesitzers, dessen Charakter eine wunderbare Verbindung aus Charme, Zynismus und Realismus ausmacht. Über weite Strecken ist es daher auch ihm vorbehalten, den Film vor einer Ausbreitung des Kitsches zu bewahren.

Daher sind es vor allem die kleinen Momenten in "Wir kaufen einen Zoo", die den Zuschauer berühren: Wenn der Vater seine glückliche Tochter beobachtet, oder am Ende des Films nicht einfach nur ein rosiger Ausblick auf die Zukunft steht. Dann wird erst recht spürbar, dass Cameron Crowes neustes Werk das Potential zu einem wunderbaren Film voller skurriler Charaktere hatte, aber letztendlich ein typischer Hollywood-Familienfilm geworden ist.

Fazit: "Wir kaufen einen Zoo" ist ein kuscheliger Wohlfühlfilm für die ganze Familie, dem einige Ecken und Kanten sehr gut getan hätten.




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