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Anne Clark (2017)

I'll walk out into tomorrow - Anne Clark

Porträt über die legendäre britische Spoken-Word-Künstlerin, Pianistin, Songschreiberin und Dark-Wave-Sängerin Anne Clark, die von Regisseur Claus Withopf eine Dekade lang begleitet wurde.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.2 / 5

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Die aus einfachen Verhältnissen stammende Musikerin Anne Clark wurde 1960 als Tochter einer Irin und eines Schotten im Süden Londons geboren. Mit 16 Jahren verließ sie die Schule. Was folgte, waren Jahre der Orientierungslosigkeit mit ständig wechselnden Nebenjobs. Ein Job in einem Londoner Plattenladen brachte sie in Kontakt mit der lokalen Musikszene und war damit maßgeblich für ihre weitere Entwicklung. 1982 erschien ihr Debütwerk "The Sitting Room", mit dem sie sich auf Anhieb in der Post-Punk/(Dark)-Wave-Szene etablieren konnte. Obwohl Clark der große Welthit über all die Jahre versagt blieb, gehen dennoch zwei der bekanntesten New-Wave- und Synthie-Pop-Songs auf ihr Konto: "Our Darkness" und "Sleeper in Metropolis". Unvergängliche Klassiker der Schwarzen Szene, die bis heute auf fast jeder Depeche-Mode- und Wave-Party gespielt werden. Der Film widmet sich Leben und Werk der großen Wave-Poetin.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Anne Clark" ist eine handwerklich einwandfreie, formal tadellose filmische Annäherung an eine der großen Poetinnen der britischen Pop-Musik. Withopf verbindet interessante Interview-Passagen mit Schnipseln ikonografischer Video-Clips und ausgewählter Konzert-Mitschnitte zu einem stimmigen dokumentarischen Gesamtbild. Eine optisch wie inszenatorisch feine Idee ist, Clarks vielschichtige und meist sehr anspruchsvolle Texte in atmosphärische Naturaufnahmen zu übersetzen. So wird die mystische und schwermütige Note verdeutlicht, die die Texte seit jeher auszeichnet. Zudem blendet Withopf ausgesuchte Text-Fragmente immer wieder an dramaturgisch sinnvollen Stellen ein und lässt diese regelrecht über den Bildschirm schweben.

Clarks Poesie und ihr Hang zu ausgefeilter Lyrik, unterscheidet die Musikerin seit jeher von ihren Musiker-Kollegen. Wunderbar zu Geltung kommen die Texte – ebenso wie Clarks mitreißende und tanzbare Dark-Sounds – in den Live-Impressionen ausgewählter Konzert-Szenen sowie in den Videoclip-Sequenzen, mit denen der Film bestückt ist.

Weiterhin zeigt sich die Musikerin in den Gesprächen mit Withopf offen und äußert sich freimütig zu Themen und Ereignissen, die ihre bewegte Karriere über die Jahrzehnte prägten: über ihren ersten Manager etwa, der sie beinahe in den (finanziellen) Ruin trieb, ihren Neuanfang in Skandinavien oder auch ihren inneren Trieb, nicht einfach nur bedeutungslose Floskeln und belanglose Worthülsen von sich zu geben. Sondern Botschaften zu vermitteln und anspruchsvolle metaphorische Entsprechungen in qualitativ hochwertige Songtexte zu kleiden.

Fazit: Sprechgesang trifft auf synthetische Beats und atmosphärische Düster-Romantik – informativer, spannender Einblick in das Leben einer großen Künstlerin abseits des Pop-Mainstreams.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 81 Minuten
Kinostart: 25.01.2018
Regie: Claus Withopf
Darsteller: Anne Clark

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