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Für immer Adaline
Für immer Adaline
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Für immer Adaline (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In den Geschichten über Menschen, die nicht altern, verwandelt sich der Traum vom ewigen Leben mit schöner Regelmäßigkeit in eine leidvolle Erfahrung. Das Glück permanenten Jungseins lässt sich nicht teilen, wenn die Zeit diejenigen fortreißt, die einem nahestehen. Auch die Titelheldin dieses romantischen Dramas von Regisseur Lee Toland Krieger ist schrecklich einsam. Ihren Kummer verbirgt sie tief in ihrem Herzen – aber ihre Sehnsucht nach Liebe wird im Laufe der vielen Jahrzehnte nur größer.

Adalines elaboriertes Versteckspiel hält sie auf Trab und hindert sie daran, in Melancholie zu versinken. Zwischendurch sieht sie aus wie eine gleichaltrige Freundin ihrer Tochter, aber dann mutiert diese zur alten Frau. Am Ende der zehnjährigen Episode, in der Adaline als Jenny in San Francisco lebt, stirbt ihr geliebter Hund: Die heftige Trauer, die sie empfindet, ist zwar aus ihrer Lage heraus verständlich, lässt aber ein bisschen zweifeln, ob die Geschichte den richtigen Kurs einschlägt. Dann beweist ihr neuer Bekannter Ellis Engelsgeduld mit der spröden Frau, aber richtig in Fahrt kommt die Erzählung erst, als sie sich zur Dreiecksgeschichte entwickelt und Adaline unverhofft zwischen zwei Männern – Ellis und seinem Vater – steht. Blake Lively ist die ideale Besetzung für die scheinbar kühle Adaline, die ihr Inneres so gut zu verbergen versteht. Harrison Ford spielt den emotionalen Aufruhr Williams, als Adaline nach 45 Jahren wieder vor ihm steht, sehr lebhaft. Dabei muss man schon befürchten, dass dessen Ehefrau Kathy (Kathy Baker) vor lauter Eifersucht entnervt das Handtuch wirft.

Das Atmosphärische spielt in diesem poetischen Film eine wichtige Rolle. Die Stadt San Francisco, ihre moderne Skyline, die berühmten hügeligen Straßen mit den alten Häusern und die Golden-Gate-Bridge werden in herrlichen Aufnahmen eingefangen. Hier findet sich diese leicht verträumte, aber auch lebendige Kulisse, die den Geist der Geschichte so gut spiegelt. Gerafft erzählte Passagen und Rückblenden rufen die Moden vergangener Jahrzehnte in Erinnerung. Eine männliche Erzählstimme schildert unter anderem, was mit Adaline während ihres schlimmen Unfalls geschah. Interessanterweise wird für ihre erworbene Immunität gegen das Altern keine übersinnliche, sondern eine naturwissenschaftliche Erklärung gegeben. Auch diese Note betont den eigenwilligen Charme des Films, der am Schluss mit einer überraschenden Wendung aufwartet. Das Wunder der Liebe, so lautet seine Botschaft, mag nicht das einzige sein, aber es versöhnt den Menschen mit seiner Sterblichkeit.

Fazit: Vor 45 Jahren ließ Adaline den Mann stehen, der ihr einen Antrag machen wollte, nun verliebt sich sein Sohn in die Frau, die keinen Tag gealtert ist: Das geheimnisvolle und zutiefst romantische Drama besticht mit Originalität und einer latenten Spannung, die im Verlauf deutlich anzieht.





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