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World War Z - Poster
World War Z - Poster
© Paramount Pictures Germany

Kritik: World War Z (2012)


Krankheiten wie SARS oder die Vogelgrippe, die sich zu globalen Pandemien ausbreiten können, sind der neue Schrecken der Menschheit. Zwar liegen die Opferzahlen weit unter denen von normalen Grippewellen, jedoch sorgt die mediale Berichterstattung für weltweite Besorgnis und teilweise Hysterie. Hollywood wäre nicht Hollywood, würde es sich diesem Stoff nicht annehmen.
Pünktlich zu den neuesten Fällen der Vogelgrippe präsentiert Regisseur Marc Forster ("Wenn Träume fliegen lernen", "Ein Quantum Trost") seinen Blockbuster "World War Z". Natürlich kann es in einem solchen Film nicht um eine normale Pandemie gehen. Die Infizierten müssen schon zu rasenden, seelenlosen Zombies mutieren, die alles und jeden töten, der sich greifen lässt.

Der Film beginnt mit der sich rasend schnell ausbreitenden Seuche. Kultstar Brad Pitt spielt den ehemaligen Ermittler der Vereinten Nation Gerry Lane (Brad Pitt), der sich im Tausch für die Sicherheit seiner Familie des Problems annimmt und nach dem Auslöser der Pandemie sucht. Hierfür startet er eine Weltreise, die ihn nach Südkorea, Israel und schließlich Wales führt. Dass die Basis der UN etliche amerikanische Flugzeugträger sind und auch die gesamte Operation dem US-Militär obliegt, zeigt einmal mehr das amerikanische Selbstverständnis, im Krisenfall die einzige Macht zu sein, die dem Ganzen gewachsen scheint - aber darüber kann man geflissentlich hinwegsehen.

Der etwas in die Jahre gekommene Brad Pitt spielt hier nicht den schießwütigen Draufgänger, sondern einen Forscher, der mit Intellekt und Beobachtungsgabe versucht, dem Problem Herr zu werden. Geschossen wird selbstverständlich auch genug - allerdings wuchsen die Produktionskosten des Films dermaßen an, dass man sich entschied, das Massaker familienfreundlich zu schneiden, um die in den USA wirtschaftlich wichtige Altersfreigabe ab 13 Jahren zu erhalten (in Deutschland FSK 16). Und so fallen die dahingemetzelten Zombies um, wie die Indianer in den Western der sechziger Jahre und immer, wenn es etwas blutig zu werden droht, schwenkt die Kamera weg. Das macht einen Film dieses Genres dann doch etwas lahm.

Dennoch beeindrucken die Szenen, in denen Massen von Zombies, mit scheinbarer Schwarmintelligenz, hohe Mauern überwinden und sich rasend schnell den Weg über und durch jedes Hindernis bahnen, seien es Gegenstände oder Menschen. Hier gelingt es Foster mit gelungenen Totalen das Geschehen zu illustrieren.

Mit Ausnahme des Protagonisten Gerry Lane, (der nicht nur ein absolut professioneller Ermittler, sondern auch noch ein sensationell liebevoller Vater und Ehemann ist), werden die anderen Charaktere bestenfalls skizziert. So bleibt es allenfalls bei einem Aha-Effekt, wenn Moritz Bleibtreu als Forscher in Wales vor die Kamera tritt.

Als Vorlage für "World War Z" diente Max Brooks‘ beeindruckender Endzeitroman "World War Z: An Oral History Of The Zombie War". Anders als im Buch gerät der Protagonist mitten in die sich ausbreitenden Pandemie, während im Buch ein Journalist um die Welt reist und Nachforschungen über eine Zombieepidemie in der Retrospektive anstellt. Dass die Problematik so in dem Film etwas verengt dargestellt wird, ist dem Medium Film geschuldet, bietet dadurch aber einen gradlinigeren Handlungsstrang.

Fazit: Mit viel Dynamik und beeindruckenden Massenaufnahmen ist Regisseur Marc Forster eine gelungene Verfilmung des Bestsellers gelungen. Allenfalls der familienfreundliche Cut nimmt dem Film den benötigten Kick.




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