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The Lucky One
The Lucky One
© 2011 Warner Bros. Pictures

Kritik: The Lucky One - Für immer der Deine (2012)


Der US-amerikanische Schriftsteller Nicholas Sparks zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Gegenwarts-Literatur. In den meisten seiner Bücher geht es um die große Liebe, schicksalhafte Begegnungen, traumatische Ereignisse und Vorherbestimmung. Sparks ist Experte für bittersüße, oft dramatische Liebesgeschichten und sein Werk umfasst mittlerweile 16 Romane. Hollywood erkannte schon früh, dass sich seine Geschichten auch für die große Leinwand bestens eignen und verfilmte bereits 1999 mit "Message in a bottle" (mit Kevin Costner und Robin Wright Penn) den ersten Roman von Sparks. Bis heute folgten fünf weitere Kino-Adaptionen (darunter "Wie ein einziger Tag" von 2004 oder "Das Leuchten der Stille" aus dem Jahr 2010), die zusammen rund 350 Millionen Dollar an den Kassen eingespielt haben. Mit "The Lucky One - Für immer der Deine" startet nun also die inzwischen siebte Verfilmung eines Sparks-Romans in den deutschen Kinos. Fans des Autors und Freunde wohliger, warmer Liebes-Schmonzetten bekommen auch hier wieder eine romantische Story mit viel Gefühl und Herz vorgesetzt, diesmal jedoch noch näher an der Grenze zum klebrigen, fast unerträglichen Kitsch als je zuvor.

In den Hauptrollen agieren der Ex-Teeniestar und Mädchen-Schwarm Zac Efron ("High School Musical", 2006) und die noch weitgehend unbekannte Taylor Schilling, die in "The Lucky One" erst ihren zweiten großen Filmauftritt hat. Efron spielt den U.S. Marine Sergeant Logan Thibault, der traumatisiert von seinem dritten Einsatz im Irak zurückkehrt. Er ist sich sicher, dass nur EIN Umstand ihm das Leben gerettet hat: Das Foto einer jungen, bildhübschen Frau, das er im Irak inmitten eines Kampfeinsatzes auf dem Boden vorgefunden hat. Logan findet heraus, wie sie heißt und wo sie wohnt und macht sich auf in eine Kleinstadt in Louisiana, in der die junge Frau mit ihrer Großmutter eine Hundezucht betreibt. Logan nimmt einen Job im Familienbetrieb an und versucht langsam, eine Beziehung zu der jungen Frau aufzubauen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Regisseur Scott Hicks ("Rezept zum Verlieben", 2007) serviert dem Zuschauer hier zunächst einmal alles, was Nicholas-Sparks-Verfilmungen auch in der Vergangenheit auszeichnete und zu kommerziellen Erfolgen werden ließ: "The Lucky One" punktet mit zwei charismatischen, gut harmonierenden Hauptdarstellern, einer emotionalen Story, die (typisch Sparks), den Tod eines vertrauten Menschen beinhaltet, und hübsch fotografierten Landschaftsaufnahmen. Zac Efron, der hier seinen gestählten Luxuskörper und seine stahlblaue Augen nicht nur einmal der Kamera präsentieren darf, macht seine Sache solide und beweist, dass doch mehr in ihm steckt als der singende Basketball-Spieler in "High School Musical". Zwischen Efron und Newcomerin Taylor Schilling stimmt die Chemie, die gemeinsamen Szenen wirken weitgehend echt, authentisch und glaubwürdig.

Die beiden Jungstars und die durchaus ansprechenden, auf Hochglanz getrimmten, stylischen Bilder etwa von der atmosphärischen, sumpfigen Südstaaten-Landschaft sind dann aber auch die einzigen Lichtblick eines ansonsten über weite Strecken vorhersehbaren Films, der vor allem an seinem albernen Drehbuch scheitert. Ein Soldat im Kriegseinsatz, der von dem Bild einer jungen, ihm unbekannten Frau derart angetan ist, dass er diese Frau nach der Rückkehr ausfindig macht, zu Fuß (!) den langen Weg zu ihr in die Südstaaten antritt und schließlich auf der Farm ihrer Großmutter als Hundetrainer anheuert. Diese Grundkonstellation ist derart absurd und weit hergeholt, dass es schwer fällt, die weitere Handlung bzw. sämtliche Vorkommnisse und Ereignisse nach der Ankunft von Logan auf der Farm aufgrund der abstrusen Vorgeschichte ernst zu nehmen. Hinzu kommen hölzerne, unbeholfene und unerträglich kitschige Mono- und Dialoge ("Ich hab’ das Bild einfach gefunden – als wäre es für mich bestimmt", "Ich will dir schon lange etwas sagen, ich finde nur einfach nicht die richtigen Worte") und die klischeeüberfrachteten Nebenfiguren (der eifersüchtige, brutale Ex-Mann und die obligatorisch liebenswürdige, mit Herz und Witz ausgestattete Großmutter). Und natürlich darf der unter der Trennung der Eltern leidende, hochsensible Sohn nicht fehlen, dessen Vertrauen Logan (selbstverständlich) ebenso schnell gewinnt wie das seiner hübschen Mutter und zusätzlich noch zum Ersatzvater mutiert.

Fazit: Zwei attraktive, solide agierende Hauptdarsteller kämpfen sich durch eine abwegige, klischeehafte Story, in der die Nebenfiguren so holzschnitzartig sind, dass es schmerzt: "The Lucky One" ist emotionales Gefühlskino für Freunde schmalziger Romantik-Kost und Zac Efron-Fans. Alle anderen sollten um diesen Film einen großen Bogen machen.




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