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Freeheld - Jede Liebe ist gleich
Freeheld - Jede Liebe ist gleich
© Universum Film © DCM GmbH

Kritik: Freeheld - Jede Liebe ist gleich (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Das von Peter Sollett inszenierte Melodram "Freeheld" beruht auf einer wahren Begebenheit, welche bereits im Jahre 2007 in einem gleichnamigen 40-Minuten-Dokumentarfilm geschildert wurde. Laurel Hesters Kampf um Gleichbehandlung ist ein bedeutsames Kapitel (nicht nur) der queeren Historie – und scheint aufgrund der David-gegen-Goliath-Situation geradezu prädestiniert für eine Hollywood-Bearbeitung. Das Drehbuch von Ron Nyswaner ("Philadelphia") und dessen Umsetzung fallen jedoch zu schematisch aus, um den Geschehnissen sowie den Betroffenen wirklich gerecht werden zu können.

Die Hauptdarstellerinnen Julianne Moore und Ellen Page lassen in ihrem Spiel – wie üblich – eine bedingungslose Hingabe an ihre Rollen erkennen; in den Paarszenen stimmt die Chemie zwischen den beiden, weshalb "Freeheld" als tragische love story zunächst durchaus zu überzeugen vermag. Da Moore und Page allerdings einem äußerst formelhaft verfassten Skript mit zunehmend trivialeren Dialogzeilen ("Das Leben ist ungerecht!") unterworfen sind, wird das Talent sowie der Einsatz der beiden leider weitgehend vergeudet. Michael Shannon liefert als Laurels Kollege und Freund eine einnehmende Performance; Steve Carell muss indes als schwuler Exzentriker im Alleingang die Humorabteilung des Films leiten – und wirkt in seiner comic-relief-Funktion meist etwas zu bemüht. Die Mitglieder des Gemeinderats, die Laurels Antrag ablehnen, werden wiederum (mit einer Ausnahme) mit dem ganz breiten Pinsel als Negativfiguren gezeichnet. Zwar ist es verständlich, dass sich das Werk in erster Linie für Laurels Sicht interessiert; dennoch hätte eine Vertiefung der politischen und weltanschaulichen Motive der fünf Männer höchstwahrscheinlich dazu beigetragen, die Komplexität des Konflikts insgesamt besser einzufangen.

Sollett und seine Kamerafrau Maryse Alberti (welche etwa für "Creed: Rocky's Legacy" sehr kraftvolle Aufnahmen schuf) fassen die Handlung überwiegend in einfallslose Bilder, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen; auch die Musik von Hans Zimmer und Johnny Marr mutet uninspiriert an. Schade!

Fazit: Die Verfilmung eines realen Falls ist weder dramaturgisch noch inszenatorisch reizvoll geraten; die Hauptakteurinnen zeigen aber ein beachtliches Engagement.





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