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Der Auftragslover - Hauptplakat
Der Auftragslover - Hauptplakat
© Universum Film

Kritik: Der Auftragslover (2010)


Sein Auftrag: Den Frauen die Augen über ihre aktuelle Beziehung zu öffnen. Seine Methode: Ihnen den perfekten Partner vorzuspielen. Seine Erfolgsquote: 100 Prozent. Alex (Romain Duris) ist professioneller Auftragslover. Er entzweit gegen Honorar Beziehungen, indem er die Frauen erkennen lässt, dass sie einfach mit dem Falschen zusammen sind. Sein Geschäft betreibt er mit seiner Schwester Mélanie (Julie Ferrier) und deren Mann Marc (François Damiens) – und sie haben nur zwei Grundsätze: Sie trennen keine Paare aufgrund religiöser oder ethnischer Unterschiede und sie werden nur aktiv, wenn die Frau unglücklich ist. Alex hat gerade einen Auftrag erfolgreich abgeschlossen, als sich der Blumengroßhändler van der Beck (Jacques Frantz) an ihn wendet: Er will verhindern, dass seine Tochter Juliette (Vanessa Paradis) ihren Verlobten Jonathan (Andrew Lincoln) heiratet. Eigentlich ein normaler Auftrag, wenn er nicht zwei Haken hätte: Juliette heiratet bereits in einer Woche und sie ist überaus glücklich in ihren schwerreichen, charmanten und noch dazu gut aussehenden Verlobten verliebt. Damit muss das Herzensbrecher-Trio gegen seinen Grundsatz verstoßen – aber es braucht die 50.000 Euro, die es im Erfolgsfall erhält. Routiniert machen sich Alex, Mélanie und Marc an die Arbeit. Sie spionieren Juliettes und Jonathans Beziehung aus, um die Schwachstellen zu entdecken, an denen Alex seine Verführungskunst ansetzen kann. Aber sie finden keine! Diese Beziehung scheint perfekt, also gibt es nur einen Weg, die Hochzeit dennoch zu verhindern: Juliette muss glauben, dass Alex ihr Seelenverwandter ist. Damit er ihr näher kommt, gibt sich Alex als Bodyguard aus, der sie im Auftrag ihres Vaters beschützen soll. Außerdem spielt er ihr vor, dass er die gleichen geheimen Vorlieben hat wie sie: Dirty Dancing und die Musik von George Michael. Aber Juliette lässt sich von Alex nicht verführen, sie ist ein Musterbeispiel an Selbstdisziplin. Daraufhin begeht Alex den größten Fehler, den er in seiner Branche machen kann: Er verliebt sich in Juliette.
Pascal Chaumeil hat eine beschwingte französische Komödie inszeniert, die vor allem von den vielen lustigen und bisweilen herrlich übertriebenen Einfällen des Herzensbrechertrios lebt. Dabei bringt Romain Duris das richtige Maß an Charme und Selbstironie mit, um die Rolle des "Auftragslovers" zu spielen. Er übertreibt bei seinen Aufträgen schamlos sein Spiel, um in anderen Szenen mit sehr reduzierten Mittel den "wahren" Alex zu zeigen. Dagegen bleibt insbesondere die deutsche Synchronisationsstimme von Vanessa Paradis ein Fremdkörper in dem charmanten Treiben. Eigentlich soll Juliette eine kühle, schöne und selbstbewusste Frau sein, die als Tochter eines reichen Vaters selbst Karriere gemacht hat und mittlerweile unabhängig ist. Dazu passt die hauchende Stimme der deutschen Synchronisation kaum. In "Der Auftragslover" fügt sich aber ansonsten vieles wunderbar zusammen: Vor der Kulisse des mondänen Monte Carlo jagt Alex durch die Gassen und Juliette in bester Jean-Paul Belmondo-Manier hinterher. Alex ist überdies ein herrlich altmodischer "Auftragslover", der seine Kundinnen zwar mit allen Regeln der kitschigsten Verführungskunst bezirzt, es aber immer nur zu einem Kuss kommen lässt, der die Frauen von dem desolaten Zustand ihrer eigentlichen Beziehung überzeugt. Dieser Retro-Charme hebt die temporeiche Komödie von den üblichen romantischen Hollywoodkomödien ab – und beschert dem Zuschauer einen kurzweiligen Kinobesuch.
Fazit: Eine charmant-altmodische Komödie, die den Zuschauer beschwingt unterhält.





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