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Hugo Koblet - Pédaleur de charme
Hugo Koblet - Pédaleur de charme
© www.hugokoblet.ch

Kritik: Hugo Koblet - Pédaleur de charme (2010)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Hugo Koblet" ist das filmische Porträt über den gleichnamigen, großen Radsportler aus der Schweiz, der in der ersten Hälfte der 50er-Jahre zu den führenden Sportlern in diesem Bereich zählte. Gemeinsam mit seinem langjährigen Konkurrenten, Ferdy Kübler, war er mitverantwortlich für den Radsport-Boom in der Schweiz der 50er-Jahre. Regisseur und Autor Daniel von Aarburg legt mit "Hugo Koblet" einen gelungenen Doku-Spielfilm vor, der herrliches Original-Archivmaterial, glaubwürdig nachgestellte Spielszenen und zahlreiche Interviews mit ehemaligen Weggefährten und Freunden zu einem stimmungsvollen Porträt über den schillernden, charismatischen Sportler zusammenfügt, dass das spannende, ereignisreiche Leben von Hugo Koblet Revue passieren lässt.

Der Film - der kurioserweise bereits 2010 fertiggestellt wurde und erst jetzt seinen Weg in die deutschen Kinos findet - ist facettenreich gestaltet, weshalb aufgrund der bestens aufeinander abgestimmten, ausgewogenen Mixtur aus eben jenen beiden Filmgattungen sowie durch die Anreicherung mit zahllosen Gesprächen und Interviews mit Bekannten und Freunden zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Langeweile oder Redundanz aufkommt. Die Original-Aufnahmen von den Rennen und Trainingseinheiten geben ausführlich Aufschluss darüber, unter welchen Kraftanstrengungen sich die Sportler schon damals über die steilen Pässe und Anhebungen quälten. Tragende, essentielle Ereignisse und Wendepunkte in Koblets Lebens sind darüber hinaus glaubwürdig und mit viel Liebe zum Detail nachgestellt - bzw. gespielt, so z.B. die Siege beim Giro d'Italia, der Tour de France oder die Begegnungen mit der damals ungemein populären Heimatfilm-Schauspielerin Waltraut Haas, die kurzzeitig sogar mit Koblet verlobt war, und Sonja Brühl, seiner späteren Ehefrau. Die Zeitzeugen und ehemaligen Kollegen von Koblet, allen voran der große Konkurrent Ferdy Kübler, geben amüsante und fesselnde Anekdoten zum Besten ("Unser Doping war das harte Training und das frühe zu-Bett-gehen"). Am Ende erscheinen die rührseligen Hintergrund-Klänge zu den nachgestellten Bildern des Unfalls zwar ein wenig larmoyant, der hohen Qualität und dem immensen Informationsgehalt des Films schadet dies nicht, auch wenn das Thema "Doping" ein wenig ausführlicher hätte behandelt werden können/müssen.

Fazit: Facettenreicher, informativer Doku-Spielfilm über eine der größten Schweizer Sport-Legenden der 50er-Jahre mit faszinierenden Interviews und außergewöhnlichem Archiv-Material.




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