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Rubber
Rubber
© Xenix Filmdistribution GmbH

Kritik: Rubber (2010)


Der unter dem Pseudonym Mr. Oizo bekannte französische Musiker Quentin Dupieux nahm mit seinem 2010 abgedrehten Film "Rubber" an den Filmfestspielen in Cannes teil. Allein schon aufgrund ihrer Skurrilität konnte man mit der Geschichte eines mordenden Autoreifens Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch auch inhaltlich wurde dieser absurde Stoff perfekt angegangen und solide umgesetzt. Man wird wohl nie wieder einen Film finden, der einem einfachen Autoreifen derart sympathisch und selbstironisch das Innenleben eines brutalen Killers verleiht.

Eine Wüste, mitten im Sand ein Autoreifen. Plötzlich entwickelt er ein seltsames Eigenleben und steht auf. Wie ein Mensch in den ersten Lebensjahren wirken seine anfänglichen Bewegungsversuche unkoordiniert und unbeholfen. Wie ein kleines Kind entdeckt er die Welt, findet aber bald darauf erstmals Spaß an Tod und Zerstörung.

Dieser brutale Handlungsstrang wird von Dupieux geschickt mit einem Polizeiteam unter der Leitung des hinterlistigen Lieutenant Chad - wunderbar gespielt von Stephen Spinella - ausgeschmückt, der zugleich als Regisseur der Reifenszenerie dargestellt wird und eine Gruppe Zuschauer mitten in der Wüste ohne Wasser und Brot aussetzt. Es entwickelt sich eine herrlich unterhaltsame und spitzzüngige Parallele zur realen Zuschauergemeinde, die den ansonsten relativ unspektakulären Film durchgehend über Wasser halten kann und zum Ende hin in einem Höhepunkt der Selbstironie gipfelt.

Fazit: Zwar zeichnen  sich vor allem zu Beginn und in der Mitte einige Längen ab, jedoch zerstreut das aberwitzige Finale die zwischenzeitliche Langeweile. Obwohl man insgesamt eigentlich nichts hätte besser machen können, bleibt zum Schluss der Eindruck, dass ein Film mit einem Hauptreifen als Protagonist nur mäßig für einen Langfilm taugt, und als Kurzfilm womöglich besser angesiedelt wäre. Es sei denn, Pixar oder eines der anderen diversen Animationsstudios würde sich einer liebevollen, weniger brutalen Umsetzung eines solchen Charakters bemühen. Nach diesem durchaus Hollywood-kritischen Independent-Werk dreht Dupieux derzeit an seinem nächsten Film "Wrong", welcher 2012 veröffentlicht werden soll und unter anderem mit William Fichtner besetzt ist.




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