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Miss Kicki
Miss Kicki
© 2010 EastWest Filmdistribution

Kritik: Miss Kicki (2009)


"Miss Kicki" ist ein berührender Film über enttäuschte Träume und fehlende Kommunikation. Dabei überzeugt in dem Langfilmdebüt von Regisseur Hakon Liu vor allem Pernilla August in der Hauptrolle. Kicki ist Mitte 50, träumt weiterhin von dem Mann des Lebens und kommt ohne Alkohol nicht mehr durch den Tag. Aber es gelingt Pernilla August, dass Kicki trotz ihrer abstoßenden Verantwortungslosigkeit und an Peinlichkeit grenzendem Verhalten den Zuschauer nicht abschreckt. Obwohl man kein Mitleid für Kicki empfinden kann, nimmt man Anteil an ihrer Verzweiflung, die sie nicht anders zu bekämpfen versteht als durch das Trinken. Dadurch wird es fast schmerzlich mit anzusehen, wie ihre Träume immer wieder zerbrechen.

Daneben erzählt Hakon Liu aber auch von Viktor, der enttäuscht erkennen muss, dass seine Mutter ihn abermals für einen vermeintlichen Traumprinzen aufgeben würde. Er hatte große Hoffnungen in diese Reise gesetzt, die wieder einmal enttäuscht wurden. Durch seine Freundschaft mit Didi wird er zudem mit Fragen nach seiner sexuellen Orientierung konfrontiert. Hier fasst Hakon Liu die zögerliche Annäherung und die Unsicherheit in schöne, beinahe unschuldige Bilder, die sich sehr gut in die melancholische Atmosphäre des Films einfügen. Zugleich konterkariert die leise Annäherung von Didi und Viktor Kickis offensive Suche nach dem Glück.

Lange Zeit lässt Hakon Liu diese Erzählstränge fast parallel zueinander verlaufen, so dass sich die Struktur der Bilder und das starke Spiel der Darsteller gut entfalten kann. Leider gelingt es ihm nicht, diese Stränge zu einem guten Abschluss zu bringen, denn das Ende ist unzureichend vorbereitet und passt nicht zu dem Tenor des Films. Aber in einem Debütfilm lässt sich dieser Kritikpunkt verschmerzen.

Fazit: "Miss Kicki" erzählt von einer Reise, auf der Mutter und Sohn zu sich selbst finden – und der Film ist alleine schon wegen der großartigen Pernilla August sehenswert.




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