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Safe House
Safe House
© Universal Pictures Germany

Kritik: Safe House (2012)


Seit 12 Monaten hütet CIA-Agent Matt Weston (Ryan Reynolds) ein sogenanntes Safe House – ein sicheres Haus – in Kapstadt. Er sehnt sich nach einer anderen, wichtigeren und vor allem abwechslungsreicheren Aufgabe. Dann erhält er eines Tages unverhofft den Anruf, dass ein Gast kommen wird. Wenig später rückt ein Spezialkommando mit einem Gefangenen an, bei dem es sich um den Ex-CIA-Agenten Tobin Frost (Denzel Washington) handelt. Frost hat sich vor Jahren vom amerikanischen Geheimdienst abgewandt und Geheimnisse verkauft. In einem Verhör will das Spezialkommando nun herausfinden, warum Tobin Frost einfach so in die amerikanische Botschaft in Kapstadt marschiert ist. Aber Frost ist widerstandsfähig – und dann wird das Safe House angegriffen. Plötzlich ist Matt alleine für Tobin Frost verantwortlich.

Die Geschichte in Daniel Espinoas Actionthriller "Safe House" ist nicht sonderlich neu: ein alter, desillusionierter Ex-Spion trifft auf einen Neuling, sie müssen zusammenarbeiten, können einander aber nicht vertrauen. Dabei wird von Anfang an auch auf Seiten des Zuschauers das Misstrauen gegen Tobin Frost geschürt, der von Denzel Washington routiniert gespielt wird: Frost war ein Meister darin, sich in die Gehirne anderer Menschen hineinzudenken. Er hat zahlreiche Spitzel angeworben, sie umgedreht. Deshalb bleibt in der Schwebe, was er mit Matt Weston vorhat. Dieser hält sich anfangs an die Regeln und ist überzeugt, dass er zwischen gut und böse unterscheiden kann. Je länger er mit Tobin Frost zusammen ist, desto größer wird sein Misstrauen – allerdings erscheint auch Frost nicht als besonders vertrauenswürdig. Ryan Reynolds spielt diese Mischung aus Naivität und Tatkraft überzeugend. Ohnehin kann "Safe House" mit einer guten Besetzung aufwarten, wenngleich Vera Farmiga und Brendan Gleeson ihren Nebenrollen nur wenig mehr Komplexität verleihen können als im Drehbuch angelegt ist. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt aber auch Joel Kinnaman, der in einer kleinen Sequenz am Ende des Films einen weiteren Safe-House-Hüter spielt. Wie schon in Espinosas vorherigem Film "Easy Money" verfügt er über eine große Leinwand-Präsenz.

Insgesamt ist die Mischung aufs actionlastigen Verfolgungsjagden und längeren erzählenden Passagen durchaus gelungen, wenngleich die Geschichte insgesamt mehr Tempo und eine mutigere Inszenierung vertragen könnte. Doch der Film beweist Aktualität – anfangs soll Frost mit Waterboarding zur Aussage gebracht werden, selbst auf Wikileaks gibt es eine Anspielung – und gibt glücklicherweise nicht vor, dass früher alles besser gewesen sei. Stattdessen stellt er die ewig gültige Frage, ob es überhaupt möglich ist, zwischen gut und böse eindeutig zu unterscheiden.

Fazit: "Safe House" ist ein gut gemachter und unterhaltsamer Actionthriller, der zudem überzeugend besetzt ist.





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