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Das wundersame Leben von Timothy Green
Das wundersame Leben von Timothy Green
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Das wundersame Leben von Timothy Green (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schon der Titel dieses Disney-Films lässt keinen Zweifel daran, dass der Geschichte etwas Zauberhaftes innewohnt. Timothy steigt buchstäblich aus der Erde auf, um das Leben seiner neuen Eltern durcheinander zu wirbeln. Eine Erklärung, woher dieser niedliche Junge kommt, liefert das Drehbuch nicht. Was wenig verwundert, da der Film in erster Linie vermitteln will, dass sich jeder Wunsch erfüllen kann, wenn man nur fest daran glaubt, und Andersartigkeit nie versteckt werden sollte. Sorgfältig bedacht werden die magischen Elemente mit einer handfesten, für jeden Zuschauer nachvollziehbaren Sehnsucht, dem Wunsch nach einem eigenen Kind, verbunden.

Im emotional entsprechend aufgeladenen Einstieg bedient sich Regisseur und Drehbuchautor Peter Hedges einer manchmal arg plakativen Darstellungsweise. So treffen Cindy und Jim direkt im Anschluss an ihr niederschmetterndes Gespräch mit dem Frauenarzt im Aufzug auf eine Mutter, die ihr Kind liebevoll an sich drückt. Deutlich stärker nimmt sich da schon die Sequenz heraus, in der das enttäuschte Ehepaar fast trotzig beginnt, über sein Traumkind zu sinnieren und die Wünsche auf kleinen Zetteln festzuhalten. Eine erfrischend andere Form der Trauerbewältigung.

Mit dem unerwarteten Erscheinen des kleinen Timothy zieht der Film dann seine eigentliche Trumpfkarte. Die Unschuldsmiene des Jungen ist nicht nur einnehmend, sein Darsteller CJ Adams verfügt auch noch über ein ausgeprägtes Schauspieltalent und drückt der Geschichte mit seiner unbefangenen Art den Stempel auf. Angesichts des plötzlichen Familienzuwachses finden sich Cindy und Jim schneller in der Elternrolle wieder, als ihnen lieb ist, und haben eine Zeitlang sichtlich zu kämpfen. Sie müssen lernen, dass Kinder Freiräume brauchen, und ihrem Umfeld erklären, warum sie plötzlich einen Sohn haben. Das Drehbuch entwirft eine Reihe kleiner, harmloser Konflikte, die einen gewissen Unterhaltungswert aufweisen, das junge Publikum freilich nie zu überfordern drohen.

Neben Timothys wundersamer Erscheinung sorgen die ausdrucksstarken Landschaftsaufnahmen für eine zusätzliche magische Aura. Der Indian Summer in den Wäldern rund um die Kleinstadt, in der die Greens leben, ist förmlich mit Händen zu greifen. Immer wieder gibt es Szenen, die Timothy inmitten dieses prächtigen Farbenspiels zeigen, was nur logisch erscheint, hat der Junge durch die Blätter an seinen Beinen doch eine ausgeprägte Verbindung zur Natur.

Auf der Handlungsebene schafft es Peter Hegdes insgesamt nicht, für Überraschungen zu sorgen. Den Ausgang des Films nimmt er schon früh vorweg, da die Kerngeschichte – Timothys Leben bei den Greens – immer wieder durch eine leicht zu durchschauende Rahmenhandlung unterbrochen wird. An manchen Stellen erscheint das Drehbuch außerdem seltsam überfrachtet. So ist der stereotype Konflikt zwischen Jim und seinem starrköpfigen Vater, der ihn als Kind nie unterstützt hat, reichlich überflüssig. In seiner Oberflächlichkeit kann er der Geschichte zumindest keine spannende Facette hinzufügen.

Fazit: Magisch aufgeladener Familienfilm mit beeindruckenden Naturaufnahmen, der von einem großartigen Jungdarsteller getragen wird, sich in erzählerischer Hinsicht aber zu vorhersehbar entfaltet.




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