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Freunde mit gewissen Vorzügen - Hauptplakat
Freunde mit gewissen Vorzügen - Hauptplakat
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Freunde mit gewissen Vorzügen (2011)


Können zwei Menschen Sex miteinander haben und einfach nur befreundet sein? Diese nicht sonderlich neue Frage steht im Mittelpunkt der vergnüglichen romantischen Komödie "Freunde mit gewissen Vorzügen" von Regisseur Will Gluck ("Einfach zu haben"): Art Director Dylan (Justin Timberlake) ist mit einem kleinen Startup in Los Angeles sehr erfolgreich, deshalb will die Headhunterin Jamie (Mila Kunis) ihn nach New York zu dem Magazin GQ locken. Tatsächlich lässt sich Dylan von ihr überzeugen und zieht an die Ostküste. Beide wurden erst von ihren Partnern aus ähnlichen Gründen verlassen, nun werden sie zu besten Freunden und haben viel Spaß miteinander. Ihnen fehlt keine Beziehung, aber sie vermissen den Sex. Also beschließen sie, regelmäßig miteinander zu schlafen, sich aber nicht ineinander zu verlieben.

Dieser Plan muss nach allen Genre-Regeln natürlich scheitern, aber insbesondere die erste Hälfte des Films ist charmant inszeniert, später schleichen sich dann einige Längen ein. Doch die Chemie zwischen Mila Kunis und Justin Timberlake stimmt. Zwischen ihnen knistert es so laut auf der Leinwand, dass ihnen mehrfach ein Verhältnis außerhalb des Films angedichtet wurde. Außerdem liefern sie sich allerhand schlagfertige Dialoge in bester Screwball-Manier – und das Drehbuch enthält viele originelle Ideen: So schwören sich Dylan und Jamie die Einhaltung des emotionsfreien Sexes auf die Bibel-App des iPads, sie sticheln gegen Mobilfunknetze und George Clooney, ein Flashmob wird sogar zu einer romantischen Einlage. Die Klischees von New York und Los Angeles werden unterhaltsam auf die Spitze getrieben – wenngleich die Szene in dem Hollywood-Zeichen weniger gelungen ist. Sie gehört zu einer Reihe sketchartiger Einlagen und platter Gags, die sich nicht vollends in den Film einfügen. Auch die Alzheimer-Erkranung von Dylans Vater (Richard Jenkins) ist ein unnötiger Versuch, Dylans Figur mehr Tiefe zu verleihen.

Vor allem aber funktioniert das Freunde-mit-Sex-Konzept so gut, dass sich am Ende des Films die Frage stellt, warum sie sich überhaupt verlieben müssen. Sicherlich sieht das Genre dieses Happy End vor, aber zu den besten Einfällen in "Freunde mit gewissen Vorzügen" gehört das selbstreflexive Spiel mit dem Film im Film. Darin werden die romantischen Komödien wunderbar parodiert und zugleich die Traumprinzen-Vorstellung der Zuschauerinnen auf den Arm genommen. Doch letztendlich kann sich auch Will Glucks Film nicht von den Wünschen und Konventionen lösen, sondern vermittelt die Botschaft, dass man seine Vorstellungen nur der Modernität anpassen müsse. Und das ist ein schales Ende für diesen über weite Strecken gelungenen Film.

Fazit: "Freunde mit gewissen Vorzügen" ist eine unterhaltsame romantische Komödie mit allerhand gelungenen Zeitgeist-Gags und einem charmanten Hauptdarsteller-Duo.




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