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Codename U.N.C.L.E.
Codename U.N.C.L.E.
© Warner Bros.

Kritik: Codename U.N.C.L.E. (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Codename U.N.C.L.E." beruht auf der US-TV-Serie "Solo für O.N.C.E.L.", die Mitte der 60er-Jahre mit Robert Vaughn und David McCallum in den Hauptrollen produziert wurde. In den 90er-Jahren lief die Serie u.a. bei RTL und Super RTL im deutschen TV, nachdem in den 60er-Jahren von ZDF nur 26 Folgen ausgestrahlt wurden. Regie führte Guy Ritchie, der in der Vergangenheit mit der Wiederbelebung von "Sherlock Holmes" sein Gespür für eine massentaugliche Mischung aus Kriminalgeschichte, stilvoller sowie originalgetreuer visueller Ausgestaltung und viel Wortwitz bewies. All das bemüht er auch wieder bei "Codename U.N.C.L.E.", den Ritchie selbst als Mix aus James Bond und "Ocean's Eleven" beschreibt. In den Hauptrollen der 75-Millionen-Dollar-teuren Produktion sind die beiden Shootingstars Henry Cavill ("Man of Steel") und Armie Hammer ("Lone Ranger") zu sehen.

Als echter Hauptgewinn erweist sich in der Kino-Adaption der legendären 60er-Jahre-Serie die Auswahl der Hauptdarsteller - und das, obwohl eine ganze Reihe an namhaften Darstellern (u.a. George Clooney, Tom Cruise, Matt Damon u.a.) für die Rolle des Napoleon Solo in Betracht gezogen wurde, ehe die Wahl auf Henry Cavill fiel. Cavill und Hammer harmonieren prächtig, beide sind smart, lässig und ungemein cool. Napoleon Solo (Cavill) geht bei seiner Arbeit dabei wesentlich grobschlächtiger, körperbetonter und weniger subtil zur Sache als der stets bestimmte, introvertierte KGB-Top-Spion Illya Kuryakin (Hammer). Nach anfänglichen "Schwierigkeiten", die die beiden miteinander zu bewältigen haben (inklusiver einer heftigen Schlägerei in einer öffentlichen Toilette), raufen sie sich am Ende dann doch noch im Namen des Weltfriedens zusammen.

Wobei Regisseur Ritchie nie auf die kleinen Kabbeleien und Sticheleien zwischen den zwei Agenten verzichtet, die schon die Serie damals auszeichnete. Spitzfindiger Humor und feiner, nie mit der Brechstange servierter Wortwitz werden hier großgeschrieben und machen einen Reiz des Films aus. Und zwar mindestens ebenso wie die authentische, glaubwürdige optische Gestaltung und Ausstattung des Films, von den Autos über die Kleidung bis zu Gimmicks wie Waffen, Schmuck und den Alltagsgegenständen, die im Film zu sehen sind und jederzeit glaubhaft nostalgisches, detailgenaues 60er-Jahre-Feeling vermitteln. Visuell beeindruckend gestalten sich zudem die überwältigenden, bombastischen Drehorte des Films, wie z.B. dem Golf von Neapel im südwestlichen Italien, der Spanischen Treppe in Rom oder auch dem Royal Naval College in Greenwich, eines der bedeutendsten Barockbauwerke Englands. Auch den Action-Anteil hält Ritchie konsequent hoch, vor allem in der zweiten Filmhälfte. Fans von rasanten Verfolgungsjagden, spannenden Schießereien und halsbrecherischen Mann-gegen-Mann-Kämpfen kommen also auch auf ihre Kosten.

Fazit: Herausragend ausgestatteter, mit ordentlich Wortwitz und rasanter Action garnierter Agentenfilm, der die 60er-Jahre wahrhaftig, aufwendig und vor allem höchst unterhaltsam wiederaufleben lässt.





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