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Love, Rosie - Für immer vielleicht
Love, Rosie - Für immer vielleicht
© Constantin Film

Kritik: Love, Rosie - Für immer vielleicht (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Eine Freundschaft, die über viele Jahre hauptsächlich aus einem regen E-Mail-Austausch besteht, ist das Thema dieses heiteren romantischen Films von Regisseur Christian Ditter. Seine erste englischsprachige Produktion basiert auf dem Bestseller "Für immer vielleicht" der irischen Schriftstellerin Cecelia Ahern. Der Film gehört zu jenen eher seltenen Glücksfällen, in denen die Leinwandversion das Original in Buchform noch übertrifft oder besser gesagt, veredelt. Denn während der Roman nur aus Brief- und anderem Schriftwechsel gebildet ist, findet Ditter ansprechende Spielszenen, um den Zuschauer unmittelbar am Alltag von Rosie und zum Teil auch von Alex teilnehmen zu lassen.

Wie schwierig es sein kann, eine Freundschaft aus Kindheitstagen in eine Liebesbeziehung zu überführen, sieht man hier nicht zum ersten Mal. Das so vertraute Paar begreift zunächst einfach nicht, dass da noch mehr ist, sein könnte. Sobald sich Rosies und Alex' Lebenswege aber einmal trennen, scheuen sie sich, den anderen mit ihrer Gefühlsbeichte zu belasten. Denn mal ist der eine gerade frisch verlobt, oder die andere steckt in einer Ehe fest, die halbwegs funktioniert. Diese vertrackte Situation führt zu aberwitzigen Momenten, etwa wenn Rosie eine Rede auf Alex' Hochzeit hält, die vielleicht doch eine Spur zu deutlich ausfällt. Der jahrelange emotionale Suspense, den die beiden Hauptcharaktere meistens nur halb bewusst durchleiden, zwingt sie zur ständigen Selbstdisziplin, schon aus Rücksicht auf den anderen. Aus der unscheinbaren Rosie wird im Laufe der Jahre eine starke Frau, die sich ihre fröhliche Zuversicht und Tatkraft trotz widriger Umstände bewahrt. Ihren Traum, ein eigenes Hotel zu eröffnen, verfolgt sie zum Beispiel eisern weiter, egal, wie es um ihr Liebesleben bestellt ist. Diese Erdung in der Wirklichkeit trägt sehr zur Attraktivität der Geschichte bei, die dadurch mehr als nur aus einem austauschbaren romantischen Stoff gestrickt ist.

Lily Collins und Sam Claflin harmonieren in den Hauptrollen gut, denn beide verstehen es, Leute mit Herzenswärme zu spielen und dabei trotzdem zurückhaltend zu wirken. Während Rosies Elternhaus kleinbürgerlich ist, kommt Alex mit den Schönen und Reichen in Kontakt, wie Sally und Bethany (Suki Waterhouse). Rosie aber steht mit beiden Beinen auf dem Boden und besitzt einen guten Humor, was ihren Mangel an Glamour zur Genüge ersetzt.

Auch Ditters Inszenierung ist von einem frischen Humor durchsetzt, es gibt Slapstick, überraschende Wendungen und sogar die Musik kann mal zum frechen Kommentar mutieren. Insgesamt hat man den Eindruck, dass sich die Geschichte im Vergleich zum Roman noch etwas verjüngt, pfiffiger wirkt. Mit seiner naiven und herzlichen Atmosphäre lädt dieser Film zum Träumen ein, ohne je billig zu wirken.

Fazit: Christian Ditter gelingt mit der Verfilmung von Cecelia Aherns Roman "Für immer vielleicht" eine frische und bezaubernde Romanze mit Tiefgang.





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