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Iron Man 3 - Hauptplakat
Iron Man 3 - Hauptplakat
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Iron Man 3 (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Superhelden in Hitech-Anzügen sind ungemein populär. Ob DC´s "Batman" oder Marvels "Iron Man", unter der Maske befindet sich ein verwundbares menschliches Wesen. Das macht diese Figuren nahbarer als beispielsweise den Kryptonier "Superman" oder den Donnergott "Thor". Und tatsächlich waren die Dark-Knight- und die Iron-Man-Filme die kommerziell erfolgreichsten Genre-Verfilmungen bisher. Zugegeben, da gab es noch "The Avengers"; im Grunde waren die aber nichts anderes, als "Iron Man & Band".

Nach zwei Auftritten als Regisseur und Nebendarsteller erfolgt die Staffelstabübergabe: Jon Favreau räumt den Regiestuhl in "Iron Man 3" für Shane Black und avanciert von Starks Chauffeur Happy Hogan zum Security-Chef. Anders als Favreau legt Black den voraussichtlich finalen Teil der Iron-Man-Saga (soweit den Verlautbarungen von Robert Downey Jr. zu glauben ist) wesentlich Dialoglastiger an. Der Film gibt sich in der ersten Hälfte süffisant und pointiert, fast möchte man meinen, die Action käme dabei aber irgendwie zu kurz. Dieser Humor steht dann auch im Kontrast zum gewollten Dramamotiv. Stark soll diesmal besonders von seiner menschlich-verletzlichen Seite porträtiert werden. Die vielen Witzeleien verhindern aber, dass man mit der Figur wirklich mitfiebert oder dass das Leiden gar besonders ernst genommen wird.

In puncto Widersacher wird dafür gleich doppelt aufgefahren. Es gibt eine augenscheinliche und eine im Verborgenen lauernde Bedrohung. Ben Kingsley, der dabei als Bin-Laden-Verschnitt herhalten muss, liefert eine Over-the-Top-Performance ab, irgendwie wirft das aber wiederum gewisse Fragen auf: Kann das alles noch als Form satirischer Verarbeitung des 9/11-Traumas angesehen werden oder handelt es sich mal wieder um das übliche US-amerikanische Paranoia-Motiv, dass diese Nation seit diesem Tag einfach kollektiv nicht mehr loslässt. Insbesondere, da ein zentrales Thema von "Iron Man 3" schließlich auch die Kriegsführung mit biologischen Massenvernichtungswaffen ist. Bedenkt man überdies noch jüngste Geschehnisse in beim Boston-Marathon, wundert es eigentlich gar nicht mehr, dass viele Filme diese Motive in abgewandelter Form wieder und wieder durchexerzieren.

Bevor der Streifen sich aber zu sehr mit Starks Psychoknacks oder pseudo-politisierender Terrorismus-Attitüde festfährt, wird der Zauberstab ausgepackt und dem Publikum ein ordentliches CGI-Actionfeuerwerk beschert. Im Showdown gibt es dann auch gleich mehr als ein Dutzend "Iron Man"-Rüstungen zu bestaunen, darunter solche Monstrositäten wie den "Hulk"-Buster, den man sicher mal gerne in einem One-on-One-Aufeinandertreffen der Giganten sehen würde. Ganz das Niveau des "Avengers"-Finale erreicht "Iron Man 3" schlussendlich aber nicht, was vielleicht auch gar nicht schlecht ist. Schmerzlich werden allerdings die rockigen Klänge von AC/DC vermisst, welche die beiden ersten Abenteuer noch begleiteten.

Fazit: Wer sich nicht damit aufhält, allzu viel hinter manch einer Anspielung zu vermuten; und sich von einem gut aufgelegten Robert Downey Jr., einem kongenialen Ben Kingsley sowie einer deftigen Handlung mitreißen lässt, ist mit "Iron Man 3" auf der sicheren Seite.




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