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Love and Other Impossible Pursuits
Love and Other Impossible Pursuits
© Incentive Film Distribution

Kritik: The Other Woman (2009)


Emilia Greenleaf (Natalie Portman) hat sich schon am ersten Tag in ihrem neuen Job in ihren verheirateten Kollegen Jack Woolf (Scott Cohen) verliebt. Als sie schwanger von ihm wurde, hat er ihre Frau für sie verlassen. Doch dann ist ihre Tochter Isabel drei Tage nach der Geburt gestorben. Emilia erschüttert dieser Verlust zutiefst, zumal sie weiterhin Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem Stiefsohn William (Charlie Tahan) hat – und Jacks Ex-Frau Carolyn (Lisa Kudrow) ihr das Leben schwer macht. Nach allen Drama-Regeln sollten die Sympathien des Zuschauers in „The Other Woman“ nun bei Emilia liegen. Aber sie ist eine schwierige Figur. Auf ihre Umgebung reagiert Emilia mit unterdrücktem Zorn und stößt ihre Mitmenschen permanent vor den Kopf. Außerdem ignoriert sie ihre Verantwortung als Stiefmutter und hält sogar die Laktose-Intoleranz ihres Stiefsohnes für eine Gemeinheit der Mutter. Ihr Verhalten erschwert es enorm, einen Zugang zu ihr zu finden oder wenigstens mit ihr ein wenig zu leiden. Und daran ändert auch die gute schauspielerische Leistung von Natalie Portman nur wenig.

Zumal auch die anderen Figuren blass bleiben. Die andere Frau, Carolyn, ist alles andere als ein netter Mensch. Sie giftet gegen die neue, jüngere Frau an der Seite ihres Ex-Mannes bei jeder Gelegenheit und lässt ihren Unmut auch gerne vor ihrem Sohn aus. Scott Cohen in der Rolle des überforderten Jack bleibt völlig blass. Es ist kaum zu verstehen, warum sich Emilia in ihn verliebt. Die Erklärung, er erinnere sie an ihren Vater, wird zwar oft wiederholt, überzeugt dadurch aber nicht mehr. Noch nicht einmal die Rückblendungen können seine Anziehungskraft erklären.

Also bleibt im Grunde genommen nur noch William, der zwischen den Erwachsenen wie ein Spielball hin- und her geschoben wird, als möglicher Anknüpfungspunkt für den Zuschauer. Und tatsächlich ist diese Rolle gelungen. Schon am Anfang erzählt Jack, dass sein Sohn vor allem einsam ist. Daher wirkt er in vielen Einstellungen wie ein etwas seltsamer, armer Junge, der von seiner Mutter zu sehr behütet und von seinem Vater im Stich gelassen wird. Nun muss er zu der neuen Frau im Leben seines Vaters ein Verhältnis aufbauen. Er lässt keine Gelegenheit für Sticheleien aus, aber er ist auch der einzige nicht-selbstsüchtige Charakter in diesem Film.

Daher ist es die Beziehung zwischen Emilia und ihm, die diesen Film interessant macht. Sie weiß, dass sie keine Mutter für ihn sein kann – obwohl sich Jack das sehnlichst wünscht, um nicht mit der Erkenntnis belastet zu werden, dass er seine Familie für eine schwierige Beziehung zerstört hat. Doch Emilia behandelt William oft als wäre er ein Erwachsener. Im Gegenzug verhält sich William ihr gegenüber oft, als sei sie noch ein Kind. Dennoch finden sie auf diesem Weg eine Ebene, auf der sie miteinander zurechtkommen. Und so endet wenigstens diese Beziehung in einer Freundschaft.

Fazit: Der ursprüngliche Titel des Films lautete „Love and Other Impossible Pursuits“ – und er ist weit treffender als „The Other Woman“. Denn in diesem Drama geht es nicht um die andere Frau, sondern um fragile menschliche Beziehungen in der heutigen Zeit. Dennoch können einige gute Dialogzeilen und die guten schauspielerischen Leistungen von Natalie Portman und Charlie Tahan nicht darüber hinwegtäuschen, dass „The Other Woman“ ein durchschnittlicher Film ist.




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