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Hänsel & Gretel: Hexenjäger
Hänsel & Gretel: Hexenjäger
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Hänsel & Gretel: Hexenjäger (2011)


Zweihundert Jahre Grimms Märchen – HAPPY F*&@ING BIRTHDAY wünscht Paramount Pictures etwas verschnörkelt auf dem Filmplakat und präsentiert quasi die Fortsetzung von Hänsel und Gretel. Nun ja, mit der ursprünglichen Geschichte hat diese Orgie aus Gewalt und Blut nicht viel zu tun. Einzig die Kulisse mag noch einen märchenhaften Eindruck vermitteln mit kleinen urigen Häusern und Einstellungen, die die malerische Landschaft des Elbsandsteingebirges zeigen. Ansonsten dominieren diesen Film sehr „coole“, bisweilen witzige Dialoge, in denen das Wort „fuck“ zum Standardrepertoire gehört. Zum Schmunzeln ist dann auch, dass sich Hänsel in regelmäßigen Abständen Insulin spritzen muss, da er als Kind in der Gefangenschaft der Hexe zu viel Zucker essen musste und dadurch zum Diabetiker wurde. Den Gegebenheiten der damaligen Zeit wird nicht nur sprachlich und medizinisch bewusst humorvoll widersprochen, auch mittelalterlich anmutende Musketen entpuppen sich als halb- und vollautomatische Waffen. Diese werden allerdings auch benötigt bei der Flut an bösartigen und blutrünstigen Hexen, die es zu vernichten gilt, sei es durch Vierteilung, Verbrennung, Enthauptung oder am besten allem zusammen. Dank guter 3D-Umsetzung fliegen einem da des Öfteren die Fleischfetzen um die Ohren. Das Mitleid hält sich dabei in Grenzen, da gerade Hänsel in martialischen Sprüchen permanent darauf hinweist, dass alle Hexen getötet gehören, auch wenn er weiß, dass es die Ausnahmen der guten Hexen gibt. Die brutale Folter einer Hexe durch Hänsel mit einem Schlagring scheint somit legitim. Wenn im Finale die versammelten Hexen größtenteils mit behindertentypischen Merkmalen wie Wasserkopf, fehlender Unterleib und in Form Siamesischer Zwillinge dargestellt und rigoros niedergemetzelt werden, ist das allerdings mehr als grenzwertig. Die Verbindung von körperlicher Missbildung und boshafter Andersartigkeit, die es auszulöschen gilt, ist eine Botschaft, die generell und gerade in einer deutschen Koproduktion mit Mitteln des Deutschen Filmförderfonds, nichts zu suchen hat.
Fazit: Ein schaurig, blutiges Gemetzel, das wenig mit der grimmschen Vorlage zu tun hat. Eine Freude für Fans des modernen Splatters, allerdings mit einer zweifelhaften unterschwelligen Botschaft.





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