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Seelen - Hauptplakat
Seelen - Hauptplakat
© Concorde

Kritik: Seelen (2012)


"Alien im Twilight" wäre wohl auch ein guter Titel für dieses Science-Fiction-Teenie-Liebesdrama gewesen. Allzu sehr bemerkt man die Parallelen zu der "Twilight"-Saga, deren Autorin Stephenie Meyer auch für diesen Film die Vorlage schrieb.

Die Welt in naher Zukunft ist ein friedlicher, aber sehr steriler Ort geworden. Der Grund hierfür ist, dass Aliens, hier "Seelen" genannt, sich in die Körper der Menschen eingenistet haben und deren Leben führen. Es gibt keinen Krieg, keine Gewalt und kein Geld, alle leben ein friedliches harmonisches Dasein. Allerdings fehlt auch jede Form von Emotionen. Einigen Menschen ist es jedoch gelungen, dieser Invasion zu entfliehen und Widerstand zu leisten. Eine davon ist die junge Melanie Stryder (Saoirse Ronan), die mit ihrem kleinen Bruder Jamie (Chandler Canterbury) auf der Flucht den attraktiven Jared (Max Irons) kennen und lieben lernt. Melanie wird von der "Sucherin" (Diane Kruger) gefunden und ihr wird die Seele der Außerirdischen namens Wanda (logischerweise auch Saoirse Ronan) eingepflanzt. Das Bewusstsein Melanies kämpft allerdings gegen die Psycho-Annexion an und kann Wanda davon überzeugen zu fliehen und ihre Familie zu suchen, die sie dann auch in einem Versteck in einem ausgebauten Höhlensystem in der Wüste finden. Nach anfänglicher Ablehnung wird Wanda von den Menschen akzeptiert und verliebt sich zu allem Überfluss auch noch in den ebenfalls sehr gut aussehenden Ian (Jake Abel), sehr zum Missfallen Melanies. Also zwei weibliche Seelen in einem Körper, die in verschiedene Jungs verliebt sind. Da ist sie auch schon wieder, die verzwickte Dreiecksbeziehung aus der "Twilight"-Saga, nur eben ein bisschen anders.

"Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol verzichtet in seinem Film auf großartige Actionszenen und versucht sich auf den inneren Konflikt der Protagonistin(nen) zu konzentrieren. Wer nun aber ein tiefenpsychologisches Drama à la "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" erwartet, sollte sich die Kinokarte sparen. Vielmehr sind es pubertäre, teils zickige Dialoge, denen man sich ausgeliefert sieht. Das Ganze wird zielgruppengerecht mit schmachtenden Jungs dekoriert, die gerade aus dem Barbie-Traumhaus entflohen sein könnten. Ein guter Schuss Patriotismus und bedingungslose Aufopferungsbereitschaft nimmt dann auch noch die letzten Ecken und Kanten aus der Story. Übrig bleibt die Quintessenz, dass eine friedliche, gewaltfreie Welt ohne hochemotionale Liebe kein lebenswerter Ort ist.

Hervorzuheben ist allerdings die schauspielerische Leistung Saoirse Ronans, die 2008 mit nur 13 Jahren eine Oscar-Nominierung für ihre Leistung in "Abbitte" erhielt. Ihr gelingt es, die zwei Charaktere in einer Person glaubhaft darzustellen. Die restlichen Darsteller bleiben, wohl auch ihren dargestellten Charakteren geschuldet, ziemlich profillos. Der Epilog schließlich lässt vermuten, dass sich die Produzenten eine Fortsetzung offengehalten haben, was aber aufgrund der schlechten Einspielergebnisse in den USA eher unwahrscheinlich ist.

Fazit: "Seelen" ist ein seelenloses Science-Fiction-Teenie-Liebesdrama mit eindeutigen Parallelen zu den Twilight-Filmen. Nur etwas für bedingungslose Romantik-Fans.




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