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Kritik: Venom (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Venom gehört zu den bekanntesten und ikonischsten aller Gegner von Spider-Man. Einen ersten filmischen Einsatz hatte das außerirdische schwarze Wesen in dem vom Sam Raimi inszenierten "Spider-Man 3" (2007) mit Tobey Maguire in der Hauptrolle. Bei Venom handelt es sich ursprünglich um ein neues Kostüm von Spider-Man, das erstmals im Comic "The Amazing Spider-Man" #252 zu sehen war. Die Regie bei "Venom", der ab Herbst 2017 in Atlanta und New York gedreht wurde, führte Ruben Fleischer. Der US-Amerikaner feierte seinen Durchbruch als Filmemacher 2009 mit der Horrorkomödie "Zombieland".

"Venom" ist letztlich nicht der Film geworden, den sich die Fans des außerweltlichen Parasiten mit der monströsen Zunge gewünscht hatten. Das ist schade, denn der an sich spannende Stoff beinhaltet hohes Potential: Ein unbescholtener Bürger wird mit einem finsteren Wesen konfrontiert, das immer mehr die Kontrolle über dessen Körper und Psyche übernimmt. Ein Parasit, der die Persönlichkeit seines Wirts beeinflusst. Das größte Problem des Films ist, dass der Spagat zwischen Sympathie und Antipathie der außerirdischen Lebensform gegenüber, nicht gelingen will.

Brock/Venom kämpft zwar einerseits gegen den brutalen Drake, der den Menschen zu seinem Nutzen weiterentwickeln will. Andererseits aber handelt es sich bei Venom auch selbst um einen ultrabrutalen, mit Superkräften ausgestatteten Zeitgenossen, der Polizisten in Stücke reist und Menschen regelrecht verstümmelt. Da fällt es freilich schwer, mit der Hauptfigur mitzufiebern. Als klassische Identifikationsfigur eignet sie sich daher nicht. Das schwierigste Unterfangen war es, den ständigen Wechsel zwischen den Persönlichkeiten glaubhaft darzustellen. Die Versuche von Brock also, all jene von Venom heraufbeschworene Sehnsüchte und dunkle Seiten zu unterdrücken.

Das gelingt auch deshalb nicht, da Hardy sein Spiel leider zu sehr in Richtung Over-Acting verschiebt und viele seiner Verhaltensweisen und Gesten sowie seine Mimik dadurch überzogen und unfreiwillig komisch wirken. Hinzu kommt die schwer nachvollziehbare Entscheidung der Macher, Michelle Williams als Brocks Ex-Freundin zur blassen Stichwortgeberin zu degradieren und aus Drake letztlich einen blassen 08/15-Bösewicht ohne Tiefe zu machen, der sich kaum von den Antagonisten anderer Comicverfilmungen unterscheidet. Geglückt sind einzig die visuellen Effekte des Films (auch wenn das Finale etwas zu sehr im CGI-Gewitter untergeht) und seine brachiale Action. Eine spektakuläre, elektrisierende Verfolgungsjagd durch die engen Straßenschluchten erzeugt beim Betrachter tatsächlich mal kurz so etwas wie Nervenkitzel.

Fazit: Ein am Reißbrett entworfener Bösewicht, das überzogen bombastische CGI-Finale und die fehlenden Sympathien für die Hauptfigur (den Helden) machen "Venom" zu einer unterdurchschnittlichen und austauschbaren Comicverfilmung, die nur für Hardcore-Fans lohnt.




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