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2 Guns - Hauptplakat
2 Guns - Hauptplakat
© Sony Pictures

Kritik: 2 Guns (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt schon mal. Im Wilden Westen waren die Gesetzeshüter oft kaum besser als die Outlaws; in den 1930er-Jahren, in der Ära von Al Capone und John Dillinger, kleideten sich die Cops nicht nur wie Gangster, auch in ihren Methoden waren sie kaum zimperlicher als diese. Noch verehrender fällt wahrscheinlich diese Bilanz aus, würden die Geheimdienste in die Rechnung miteinbezogen.

Regisseur Baltasar Kormakur kann in seinem aktuellen Film, "2 Guns", der seinerseits auf dem leicht subversiven Graphic Novel von Steven Grant (Autor) und Mateus Santolouco (Zeichner) basiert, was doppelbödige Kriminelle, schmierige Cops, dubiose Staatsorgane und schmutzige Geheimdienste angeht, aus dem Vollen schöpfen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen DEA-Agent Bobby Trench (Denzel Washington), der seit einem Jahr undercover arbeitet, und sein Partner Marcus Stigman (Mark Wahlberg), US-Naval Intelligence Officer, der ebenfalls verdeckt tätig ist. Das Dilemma an der Sache ist, dass sie sich gegenseitig für Ganoven halten und nur kooperieren, um einem viel größeren Fisch, den mexikanischen Drogenboss Papi Greco (Edward James Olmos), das Handwerk zu legen. Der Plan sieht vor, eine Bank zu knacken und Greco um ein paar Millionen zu erleichtern. Am Ende sind es derer 40, und die Moneten gehören auch nicht Greco, sondern der CIA - und diese Jungs verstehen überhaupt keinen Spaß, wenn es um ihre illegale Gelder geht, mit denen sie fragwürdige Operationen finanzieren.

Viel Spaß macht allerdings die immer wieder Haken schlagende Handlung, in deren Verlauf sich die Protagonisten ständig schlagen und wieder vertragen, während die Luft um sie herum immer bleihaltiger wird und sie gehetzt zwischen allerlei Fronten ums Überleben kämpfen. In der ausweglos erscheinenden Situation, in der keiner bereit ist, ihnen die Hand zu reichen – nicht einmal ihre eigenen Organisationen – bleibt (obschon sich das Action-Spektakel immer weiter zuspitzt) immer noch reichlich Zeit für markige Verbalgefechte zwischen Washington und Wahlberg. Die Wirkung bleibt nicht aus. Und so erinnern die beiden zuweilen an ein altes Ehepaar, dass das Schicksal einst vereinte und das inzwischen nur noch von einer heißkalten Hassliebe wider Willen zusammengehalten wird.

Unvermeidlich kommen dem Filmfreund dabei Assoziationen an die Buddy-Movies der "Lethal Weapon"-Reihe auf. Die coole Lässigkeit, mit der die beiden Helden tödliche wie auch hanebüchene Situation meistern und das trashige Gelaber unterstreichen diese Wirkung noch. Regisseur Kormakur arbeite bereits in "Contraband" mit Wahlberg zusammen, der sich derzeit vor Rollenangeboten kaum retten kann. Mit dem Thriller erfahrenen Washington fand er dann den passenden Schauspieler um ein kultiges Gespann für "2 Guns" zu formen.

Hohe Noten verdienen sich aber nicht nur die Hauptdarsteller. Der Film ist in der zweiten Reihe ebenfalls ausgezeichnet besetzt, und die Nebendarsteller fügen sich nahtlos in das gute Gesamtbild ein. Edward James Olmos beispielsweise, der schon in der 80er-Jahre in der TV-Crime-Serie "Miami Vice" als Chef der Drogenfahndung, Lieutenant Martin Castillo, eine Kultrolle spielte, gibt 30 Jahre später einen famosen Syndikatschef ab.

Erwähnenswert ist auch die kritische Haltung, die der Film gegenüber den Behörden und Staatsdiensten einnimmt, die nicht nur mangels Kommunikation sich gegenseitig ins Gehege kommen, sondern selbst viel Dreck am Stecken haben, und überdies keine Skrupel empfinden, wenn sie einen ehrlichen Ermittler aus ihren Reihen opfern - Hauptsache sie behalten dabei eine blütenreine Weste. Vermutlich sind diese Subtöne aber eher der Comic-Vorlage geschuldet, als sie mit Absicht ins Drehbuch geschrieben worden sind. Es wäre aber eine durchaus erfreuliche Abwechslung fürs Hollywood-Kino.

Fazit: "2 Guns" besitzt alles was ein Action-Buddy-Streifen haben muss, um durchweg gut zu unterhalten. Zudem kommt er nicht ganz so stromlinienförmig daher, wie die meisten anderen Filme vergleichbarer Machart, was ihm zusätzliche Sympathiepunkte sichert.




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