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I Saw the Devil
I Saw the Devil
© Magnolia Pictures

Kritik: I Saw the Devil (2010)


Nach "The Good, The Bad, The Weird" geht Regisseur Kim Jee-woon inhaltlich und genretechnisch mit "I saw the Devil" in eine komplett andere Richtung und beweist, dass er etwas vom Regiehandwerk versteht.

Neben dem ebenfalls aktuellen "The Man From Nowhere" stellt auch diese Produktion einen düsteren Rache-Thriller dar, der ganz auf dem Katz- und Maus-Spiel der beiden Hauptdarsteller beruht. Choi Min-sik spielt eine ähnlich verstörende Rolle wie in dem vielgelobten "Oldboy". Als herzloser und brutaler Killer entführt er die schwangere Verlobte des Polizisten Kim Soo-hyeon, der nach einiger Zeit der Trauer sogleich dem herzlosen Mörder Rache schwört.

Bei der nun folgenden Hatz geht Jee-woon insgesamt zwar sehr blutig vor und stößt dabei den anfälligen Teil der Zuschauer vor den Kopf, nutzt die Brutalität aber stets dazu, die Motivation des Protagonisten zu erläutern und seinen Charakter zu stützen. Langsam zeichnen sich so im Laufe des Films Parallelen zwischen den beiden Protagonisten ab, die weiter zu einem moralischen Zwist ausgebaut werden, der den Zuschauer noch beim verlassen des Kinosaals bzw. des heimischen Sofas einen kalten Schauer über den Rücken jagd.

Der in Deutschland geschnittenen FSK-18 Fassung fehlen zwar einige blutige Minuten, was Splatter-Fans mit Sicherheit durchaus ärgerlich stimmt, dem Film jedoch glücklicherweise keinen Abbruch verleiht sondern die Gewalt sogar auf eine weitaus psychischere Ebene abdriften lässt. Leider sind die Schnitte gegen Ende dann doch stellenweise zu Extrem, sodass hier einige filmische Lücken entstehen die das finale nicht vollkommen rund erscheinen lassen.

Fazit: Gekonnt inszenierter düsterer und ziemlich blutiger Rachethriller - leider für die deutsche FSK-18 Fassung um einige Minuten gekürzt, wodurch vor allem das Finale leidet.




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