VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Win Win - Hauptplakat
Win Win - Hauptplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Win Win (2011)


Mike Flaherty (Paul Giamatti) ist ein durchschnittlicher Anwalt aus New Jersey. Er ist verheiratet mit Jackie (Amy Ryan) und hat zwei Töchter. Außerdem hat er ein gutes Herz und trainiert die Ringer-Mannschaft der örtlichen Highschool. Doch seine Kanzlei läuft nicht gut, er kommt mehr schlecht als recht über die Runden. Also entscheidet er sich eines Tages, die Vormundschaft für seinen Mandanten Leo (Burt Young) zu übernehmen, der sich in einem frühen Stadium der Demenz befindet. Der Richterin sagt Mike, er wolle dafür Sorge tragen, dass Leo zu Hause wohnen bleiben kann. Stattdessen bringt er ihn aber ihn ein nettes Pflegeheim und streicht die 1500 Dollar Pflegegeld ein. Eigentlich eine einfache Sache – aber dann steht eines Tages Leos Enkel Kyle (Alex Shaffer) vor Leos Haus. Mike und Jackie können den Jungen nicht einfach wieder nach Hause schicken, also nehmen sie ihn vorerst bei sich auf. Tatsächlich lebt er sich gut bei ihnen ein, geht sogar zur Schule und entpuppt sich als großes Ringer-Talent. Alles läuft gut – bis auch Kyles Mutter (Melanie Lipsky) auftaucht, die gerade einen Drogenentzug hinter sich hat. Aus heiterem Himmel will sie die Pflege ihres Vaters übernehmen und damit droht Mikes Tat aufzufliegen.

Tom McCarthys "Win Win" ist eine Wohlfühlkomödie mit Independent-Charme, in der die Handlung in wohlgeordneten Bahnen verläuft. Glücklicherweise verzichtet der Regisseur auf große dramatische Verwicklungen, sondern setzt auf den comic relief, so dass ein ein leiser Humor den Ton des Films vorgibt und das klischeehafte Vertrauen auf die Heilkraft der Mittelstandsfamilie sowie das allzu glatte Ende nicht allzu störend ins Gewicht fallen. Das liegt zum einen an den Schauspielern, die ihren Figuren Glaubwürdigkeit verleihen. Allen voran Paul Giamatti, der mal wieder überzeugend den liebenswürdigen Verlierer spielt und mit Amy Ryan an seiner Seite hervorragend harmoniert. Alex Schaffer verkörpert überzeugend den schwierigen Teenager, der bislang in seinem Leben sehr viel Pech hatte. Selbst die stereotyp angelegten Nebendarsteller – der beste Freund und der ältere Co-Trainer als Gag-Lieferanten – wirken dank Bobby Cannavale und Jeffrey Tambor lebendig.
Zum anderen ist das Drehbuch von Tom McCarthy und seinem Co-Autor Joe Tiboni ausbalanciert. Sie nehmen sich Zeit, die Handlung und die Charaktere zu entwickeln. Mit einer sorgfältigen Beobachtungsgabe loten sie die einzelnen Nuancen aus, so bekommt schon Mikes vermeintliche Großzügigkeit durch seine Lüge einen ambivalenten Beigeschmack. Darüber hinaus vermeiden sie jegliche Übertreibung, so dass der Film auf angenehmste Weise unterhält.

Fazit: "Win Win" ist ein humorvoller Wohlfühlfilm mit guten Darstellern und einer schönen Geschichte.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.