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The Music Never Stopped
The Music Never Stopped
© 2010 Roadside Attractions

Kritik: The Music Never Stopped (2011)


Seit fast 20 Jahren haben Henry (J.K. Simmons) und sein Sohn Gabriel (Lou Tayler Pucci) keinen Kontakt mehr gehabt. Früher waren sie durch ihre Leidenschaft für Musik eng verbunden, aber Gabriel wurde älter und eigensinniger, dadurch kam es zu häufigen Streitigkeiten, die schließlich eskalierten. Nun erhalten Henry und seine Frau Helen (Cara Seymour) die Nachricht, dass Gabriel im Krankenhaus liegt. Er leidet unter einem Gehirntumor und muss sofort operiert werden. Zwar ist der Tumor gutartig, aber sein Kurzzeitgedächtnis wurde schwer beschädigt. Deshalb wird es ihm voraussichtlich unmöglich sein, neue Informationen zu speichern. Gabriel kommt ins Pflegeheim. Helen nutzt die Chance, um sich endlich wieder um ihren Sohn zu kümmern. Aber zwischen Henry und Gabriel bleibt die Distanz bestehen, die ein Abend vor 20 Jahren zwischen ihnen errichtet hat. Doch Henry will seinen Sohn nicht aufgeben und sucht nach möglichen Therapien. Dabei entdeckt er eine Untersuchung, nach der sich Musik positiv auf das Gehirn auswirken kann. Also engagiert er die Musiktherapeutin Dr. Dianne Daly (Julia Ormond). Sie glaubt, dass sie mit Musik einen Zugang zu Gabriel finden wird. Und tatsächlich reagiert er – allerdings nicht auf die Musik, die ihn und seinen Vater einst verband, sondern auf die Interpreten, die sie einst entzweiten: die Beatles, Bob Dylan und Grateful Dead.

"The Music Never Stopped" basiert auf der Fallstudie "The Last Hippie" von Dr. Oliver Sacks, der bereits mit "Zeit des Erwachens" gezeigt hatte, dass sich neurologische Sachverhalten auch in einem Film darstellen lassen. Und "The Music Never Stopped" ist ein gut erzähltes Vater-Sohn-Drama, in dem vor allem J.K. Simmons überzeugt. Er spielt den sympathischen und zugleich sturen Vater, indem er unter seiner Schale sowohl sein gutes Herz als auch seine Wut erahnen lässt. Dabei erhält die Geschichte durch Gabriels Erkrankung den interessanten Dreh, dass sich Gabriel eigene Fehler nicht eingestehen muss – er weiß schlichtweg nicht mehr, was seit damals geschehen ist. Stattdessen glaubt er immer noch, Nixon sei Präsident und der Vietnamkrieg im vollen Gang.

Sicherlich ist die Geschichte nicht aufregend, aber sie ist gut erzählt. Und der Film vermittelt trotz der schönen Momente niemals den Eindruck, dass alles wieder so gut wie damals werden wird. Gabriel wird niemals wieder völlig genesen, aber durch die Musik bekommen seine Eltern die Chance auf eine Zukunft mit ihrem Sohn. Es ist kein Neuanfang, aber die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen.

Fazit: "The Music Never Stopped" ist ein schöner Film über die Macht der Musik und lädt dazu ein, Grateful Dead wieder zu hören. Gut gespielt und erzählt, kann man diesem Film nur schwer widerstehen.




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