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Amador und Marcelas Rosen
Amador und Marcelas Rosen
© Alamode Film

Kritik: Amador (2010)


Es gibt Filme, denen ein intelligentes Drehbuch und zwei charismatische Hauptdarsteller genügen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Filme, die eine warmherzige Geschichte über das Leben und den Tod erzählen und mit einer ruhigen Inszenierung, stimmigen Erzählweise und einem großartigen Cast überzeugen. Solch ein Film ist das melancholische Drama "Amador und Marcelas Rosen", das neueste Werk des spanischen Regisseurs und Drehbuchautoren Fernando León de Aranoa. Der Filmemacher bewies bereits in der Vergangenheit sein Talent für traurig-komische Komödien: so wurde sein Film "Montags in der Sonne" von 2002 sowohl bei der Kritik als auch dem Publikum ein Riesenerfolg. Der Film wurde mit Preisen überschüttet und erhielt etwa fünfmal den spanischen Filmpreis Goya. Nun präsentiert Regisseur de Aranoa mit "Amador und Marcelas Rosen" erneut eine herzerwärmende Tragikomödie, in der traurige Momente und leiser, feinsinniger Humor Hand in Hand gehen.

Marcela (Magaly Solier), eine Rosenverkäuferin, lebt mit ihrem Freund (Pietro Sibille) in armen Verhältnissen in Madrid. Da das Geld knapp ist, nimmt sie den Job als Pflegerin eines alten Manns namens Amador (Celso Bugallo) an. Marcela besucht ihn täglich und schon bald teilen die Beiden ihre intimsten Geheimnisse miteinander. Amador ist auch der einzige in Marcelas Umgebung der bemerkt, dass sie schwanger ist und ihr dieser Umstand große Sorgen bereitet. Marcela ist froh, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem sie offen über ihre Probleme sprechen kann. Kurz darauf kommt es jedoch zu einem unvorhergesehenen, tragischen Ereignis und Marcela muss eine Entscheidung treffen: gegen den Tod und für das Leben.

"Amador und Marcelas Rosen" lebt von seiner manchmal witzigen, manchmal tragischen aber stets gefühlvollen Geschichte und den beiden famosen Hauptdarstellern. Regisseur de Aranoa findet genau die richtige Mischung aus trockenem Humor und leiser Melancholie, wenn er die von Existenznöten geplagte, verträumte und stets betrübt dreinblickende Marcela auf den schwer kranken, aber neckischen und schlagfertigen Amador treffen lässt. Magaly Solier und Celso Bugallo verkörpern ihre Rollen mit Hingabe und Intensität. Sie bringen Schwung in die zunächst steife Beziehung der beiden unterschiedlichen Charaktere, die nach anfänglichen Problemen (etwa Marcelas Unverständnis über den allwöchentlichen Besuch einer Prostituierten) immer herzlicher und inniger wird. Voll lakonischem Witz und amüsanter Situationskomik sind die Gespräche und Begegnungen zwischen Marcela und Amador – bis es zu einem unerwarteten Ereignis kommt und Marcela zu einer ungewöhnlichen Entscheidung zwingt. Ab diesem Moment, etwa ab der Hälfte des Films, wird die Stimmung bedrückender und auch nachdenklicher. Dann nämlich wird klar, wieso Marcela gezwungen ist, eine "Lüge" aufrechtzuerhalten (mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden), um den wichtigen Job bei Amador zu behalten. Die Beweggründe (Angst vor dem finanziellen Ruin und Jobverlust) sind für den Zuschauer verständlich und lassen Marcela – trotz ihrer unkonventionellen Vorgehensweise – nichts von ihrer Mitmenschlichkeit und Sympathie verlieren. Trotz der ab der zweiten Filmhälfte einsetzenden ernsteren Töne, garniert Regisseur de Aranoa seinen Film dennoch immer wieder mit Wortwitz und komischen Momenten.

Fazit: "Amador und Marcelas Rosen" ist eine kleine, feinfühlige Tragikomödie mit zwei herausragenden Hauptdarstellern und einer ausgewogenen Mischung aus melancholischen und heiteren Momenten.




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